Victor Hugo, Julius Cäsar und die blauen Augen der Schwalben

1995, mit 53 Jahren, veröffentlicht Dominque Manotti ihren ersten Roman. „Spät, und nicht aus Berufung“, erklärt sie, „sondern eher aus Verzweiflung“ über die Entwicklung einer Gesellschaft, die ihre Generation vergeblich zu verändern versucht habe. Ihre politische Erfahrung und analytische Praxis als (Wirtschafts-)Historikerin liefern der Politkrimiautorin das Instrumentarium, mit dem sie

§§§-Dschungel

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Worum geht es? Zum 1. Mai 2013 wurde das Mietrecht massiv geändert. Bis zuletzt hatten MieterInnenvereine versucht, die negativen Auswirkungen zu stoppen. Aber Bundestag und Bundesrat haben trotz vielfältiger Kritik, auch von juristischen ExpertInnen die Gesetzesänderungen beschlossen. Neben einzelnen Änderungen, unter anderem bei Räumungsklagen und deren Vollstreckung, gibt es vor allem wesentliche Änderungen bei der Modernisierung. Im neuen Mietrecht sind

Der große Bruder schaut dich an

...und wird verklagt Zu den hoffnungsvolleren Institutionen Europas zählt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg, der am 25. Oktober endgültig entschied, dass die Räumung des Bloc Salt in Katalonien gegen Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstößt. Umso erfreulicher, dass sich nun der EGMR auch der globalen Totalüberwachung annehmen muss,

Hallo, bist du hier Chef? Nein? Super!

Nach knapp drei Monaten ihres Bestehens kann die Initiative Basisgewerkschaft Nahrung und Gastronomie (I-BNG) der Dresdner FAU schon einige Anfangserfolge verbuchen. Die Branchensektion ist aktuell in sieben Betrieben vertreten, hat im ersten Lokal 100% der KellnerInnen organisiert und eine erste große Kampagne begonnen. Daneben wurden ein Emailverteiler für interessierte KollegInnen

Die entfremdete Stadt

Wenn wir unsere Arbeitskraft im Betrieb verkaufen, so ist den meisten von uns klar, dass wir diese Arbeit nicht etwa für uns oder für das Allgemeinwohl leisten. Was wir von den Waren und Dienstleistungen halten die wir produzieren, interessiert unsere ArbeitgeberInnen herzlich wenig. Wir haben keine oder nur minimale Mitbestimmungsrechte

Anarchosyndikalismus: Ein Relikt aus vergangenen Tagen …oder vielleicht doch nicht?

Ilan Shalif, ein libertärer Kommunist, dessen Gedanken ich schätze, auch wenn ich nicht immer mit seinen Schlussfolgerungen übereinstimme, schrieb folgendes während eines Email-Austauschs zwischen den klassenkämpferischen AnarchistInnen von „Organise!“ [...]: „Die anarcho-syndikalistische Gewerkschaft ist ein Märchen, ein Traum. Sie kann in unserer jetzigen kapitalistischen Gesellschaft nicht verwirklicht werden. […] Gegenwärtig kenne ich keine anarcho-syndikalistische

Struggle – Nachrichten von der Klassenfront

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ITALIEN: Landesweite Streiks und Proteste – Nah- und Fernverkehr gestört Am 18. 10. riefen die großen Gewerkschaften Cobas & CUB zu landesweiten Streiks und Protesten auf. Auslöser war einmal mehr die rigorose Sparpolitik und mit ihr drohende Einschnitte im Gesundheits- und Sozialwesen. Vor allem die Beschäftigten des Nahverkehrs und der Flugbranche

Wir sind gekommen um zu bleiben!

Am 5. September folgte das Amtsgericht Berlin der Argumentation der FAU Berlin. Das Gericht stellte fest, dass der klagende Mitarbeiter ein Arbeitsverhältnis mit der Heinrich-Böll-Stiftung hat und es sich nicht, wie sich das die Stiftung so dachte, um eine outgesourcte Arbeitskraft handelt. Dadurch hat er nun einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Das

Die Militarisierung der Stadt

Die Aufstellung der „Regionalen Sicherheits- und Unterstützungskräfte“ (RSUKr) und der Bau der Übungsstadt Schnöggersburg bieten genug Anlass, sich über eine weitere Militarisierung der Stadt Gedanken zu machen. Bei den RSUKr handelt es sich um Reservisteneinheiten, die für den bewaffneten Einsatz im Inneren bereitgehalten werden. Schnöggersburg ist eine nur für Kampfübungen

Arbeit im Knast

Strafgefangene sind in aller Regel zur Arbeit verpflichtet; auch wenn nun einige Bundesländer Bestrebungen äußern, diese Pflicht abzuschaffen. Der ökonomische Zwang zu arbeiten ist für Inhaftierte besonders groß, denn die Haftanstalten gewähren nur eine minimale Basisversorgung, die Nahrung, Licht und Bett umfasst – und selbst für den Lampenstrom muss Mensch