„Zu Tränen gerührt von so viel Solidarität“

In der Frauen-Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz besteht seit Ende 2016 eine Sektion der Gefangenen-Gewerkschaft (GG/BO). Die inhaftierten Gewerkschafterinnen werden von der Solidaritätsgruppe Jena der GG/BO unterstützt. Diese hat anlässlich des Frauen*kampftags 2017 und 2018 Demonstrationen mit jeweils ca. 250 Unterstützer*innen zur JVA Chemnitz organisiert. DA: Du bist derzeit in der JVA Chemnitz

… Danke für die Blumen! …

Seit gut einem Jahr wehren sich einige in der FAU organisierten Beschäftigte gegen ausbeuterische und sexistische Arbeitsbedingungen im Floristikgeschäft „Blumen Wolf“ im Hannoveraner Hauptbahnhof. Ein Lohn, der zum Leben reicht, angemessene Arbeitszeiten und Pausenregelungen, sowie mehr Urlaubstage waren und sind die Forderungen. Wie in anderen „Frauen*branchen“ auch, so z.B. bei Erzieher*innen,

“Knastgitter und Grenzzäune zu Altmetall!”

DA: Ihr seid das Anarchist Black Cross Dresden. Diese Bewegung, dessen lokale Gruppe ihr bildet, ist schon recht alt. Mögt ihr erzählen, warum ihr euch als ABC organisiert, welche Idee dahinter steckt und welche Geschichte diese Bewegung hat? ABC DD: Das Anarchist Black Cross ist tatsächlich schon ziemlich alt. Seine Geschichte

Jenseits von Abwasch und Einkauf

Ich möchte nicht mehr die sein, die sich für das emotionale Wohlbefinden ihrer Freund*innen verantwortlich fühlt, auch nicht diejenige, die sich allein darum kümmert, dass Konflikte oder Probleme innerhalb der Beziehungen angesprochen werden. Das soll nicht vermessen klingen. Ich weiß, dass ein Gespräch unter Freund*innen nicht allein ausreicht, um Probleme

„Solidarität statt Angst“ – Die Gefangenengewerkschaft GG/BO kämpft für Grundrechte hinter Gefängnismauern

DA: Hallo Manuel. Ihr organisiert euch als Gefangenengewerkschaft. Welche Grundgedanken stecken dahinter? Gab es einen Auslöser dazu, ein historisches Vorbild, oder eine internationale Bewegung? GG/BO: Der Grundgedanke der GG/BO liegt darin, die soziale Ungerechtigkeit, welche hinter Gittern herrscht, zu hinterfragen. Es ist unser Interesse, jegliche Form von Inhaftierungen (Strafvollzug, Maßregel, U-Haft,

Kochen, bedienen, putzen

DA: Wo arbeitest du? Ich arbeite neben meinem Studium in einem kleinen veganen Bistro. Dieser wird von zwei Chefs betrieben, die sich selbst als links einschätzen. Wenn es allerdings um den Betrieb ihres Ladens geht, ist das schnell vergessen. DA: Wie kommt's? Alle „Angestellten“ sind selbstständig, arbeiten also auf Rechnung. Der Verdienst liegt

„Rot wie die Farbe unserer Pässe – das Symbol der erzwungenen Migration“

Die Feminisierung des Prekariats führte im letzten Jahr zu massiven Protesten und zu einer neuen Welle der internationalen feministischen Streikbewegung. Auch in Deutschland kämpfen Frauen innerhalb der Bewegung Marea Granate – gegen die spanischen Verhältnisse und ihre dadurch erzwungene Migration. Marea Granate (aus dem Spanischen ‚granat-rote Flut‘) ist eine transnationale, unparteiische

Berichte aus dem Arbeitsalltag

Frauen und nichtbinäre Menschen aus ganz verschiedenen Branchen organisieren sich in der FAU. In ihren Berichten zeichnen sich ähnliche Probleme ab, die auch mit Geschlecht zusammenhängen, wie dass es schwierig ist, mit Beruf und Familie nebeneinander klarzukommen, und dass Sexismus und Rassismus die Lohnarbeit noch belastender machen. Es sind aber

Feministisch streiken heißt auch gewerkschaftlich organisieren!

Klingt super, aber häufig werden wir in feministischen Zusammenhängen – zuletzt bei der bundesweiten Frauen*streik-Konferenz im November 2018 in Göttingen – gefragt, wozu eigentlich gewerkschaftliche Organisierung gut sein soll und ob das nicht letzendlich nur Bevormundung ist. Gewerkschaften werden misstrauisch beobachtet – genauer die im DGB organisierten, denn andere Gewerkschaften

Bundesverfassungsgericht ignoriert Grundrechte Erwerbsloser

Die Begriffe des jobcenter-deutschen Dialektes sind notorisch ungeeignet und dienen auch nicht dem Zweck zu verstehen, was dort wirklich geschieht. Einer dieser jobcenter-deutschen Begriffe ist „Anhörung“. Im Sanktionsproduktionsverfahren der Verwaltung ist die „Anhörung“ der Teil, in welchem Erwerbslose sich zu rechtfertigen haben und ihnen gestattet wird, unterwürfig Gründe für ihr