Zeit der Manifeste

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Der Widerstandskämpfer Stephané Hessel hat es vorgemacht: Mit „Empört euch!“ hat er ein streitbares, wenn auch gar nicht so radikales Manifest abgeliefert, dass sich binnen kürzester Zeit millionenfach verkaufte. Neben dem „Unsichtbaren Aufstand“ gilt es als eine der wichtigen inhaltlichen Grundlagen der sozialen Protestbewegungen in der Krise. Es war kaum anders

Über die Organisierung

Der „Konsensentscheid” genießt als Entscheidungsfindungsmethode seit den 1960er Jahren innerhalb sozialer Bewegungen eine gewisse Popularität. Besonders die Anti-Atombewegung, aber auch anarchistische und radikale feministische Gruppen adoptierten bald dieses Modell. Die Beweggründe dahinter lassen sich leicht verstehen eingedenk der heute vorherrschenden Organisationsmodelle. Massenorganisationen, in denen Entscheidungen direkt durch die Mitglieder gefällt werden,

Die Arbeiterbewegung – reif für‘s Museum?

Ob das 150jährige Jubiläum der Gründung des sozialdemokratischen ADAV 1863 ein Grund zum Feiern ist, sei mal dahingestellt. Trotzdem lohnt sich ein Gang durch die Ausstellung zum Jubiläum im TECHNOSEUM in Mannheim, die am 02. Februar 2013 eröffnet: Denn hier geht es nicht nur um Parteigeschichte, sondern um Kultur, Milieus

Die Militarisierung der Revolte

Anarchismus – und mit ihm auch der Anarchosyndikalismus - wird auch heute noch gerne mit Gewaltbereitschaft, Chaos und Terror gleichgesetzt. Das ist leider nicht nur eine Macke der „bürgerlichen“ Medien, das Klischee hat sich auch z.T. in die anarchistischen Identitäten eingeprägt. In den sich als anarchistisch verstehenden Subkulturen spielt Gewalt

Die Militarisierung des Arbeitskampfes

Als Jack London vor 100 Jahren Streikbrecher mit Klapperschlange, Kröte und Vampir verglich, hatte er keinen verarmten Leiharbeiter vor Augen, der Angst vor der eigenen Courage hätte oder sich ökonomisch nicht in der Lage sähe zu streiken, sondern uniformierte Paramilitärs, die mit Schusswaffen auf streikende ArbeiterInnen losgingen. Die bekannteste Streikbrechermiliz

Das Arbeitsleben ist mehr als der Job

Arbeit ist ein unabdingbares Mittel menschlicher Bedürfnisbefriedigung und gesellschaftlicher Entwicklung. Und sie ist ein umkämpftes Feld. Wer welche Arbeit macht und wie diese materiell und ideell bewertet wird, bestimmt in kapitalistischen Ökonomien maßgeblich über die Verteilung von gesellschaftlichem Reichtum, von Anerkennung und von Lebensperspektiven. Arbeitsbeziehungen sind daher ein Ort ständiger

Freizeit als Rendite des Fortschritts

Er könnte so schön sein, der technische Fortschritt. Plackerei und Hunger würden der Vergangenheit angehören, und der Mensch hätte Zeit, sich den schönen Dingen des Lebens zu widmen – um einer höheren Kultur entgegen zu schreiten. Derlei hoffnungsvolle Utopien wurden sicherlich schon seit Anbeginn der Zivilisation geträumt. Bereits der griechische

„Weiche Schale, harter Kern“

Jan Abrahamsson verrichtet Wartungsarbeiten in der Stockholmer U-Bahn, ist Mitglied des Stockholmer LS und sitzt seit 2009 im siebenköpfigen Arbeitsausschuss der SAC. Gabriel Kuhn hat sich mit ihm für die DA über die gegenwärtige Lage und die zukünftigen Möglichkeiten der SAC unterhalten.   Der Kongress 2002 hat einige entscheidende Änderungen für die

„Auf ins nächste Jahrhundert“

Die SAC (Sveriges Arbetares Centralorganisation) gilt als die einzige auf anarchosyndikalistischen Prinzipien gegründete Gewerkschaft, welche die letzten hundert Jahre ohne Verbot, Vertreibung oder Spaltung überlebt hat. Gegenwärtig erfährt die SAC wieder einen Aufschwung und steigende Mitgliedszahlen. Im Herbst dieses Jahres findet der dreißigste Kongress der Organisation statt. Ein guter Grund,

Wirtschaft und Demokratie gemeinsam denken

In ihrer Forderung nach mehr Demokratie scheint sich die Arbeiterbewegung kaum von anderen Emanzipationsbewegungen zu unterscheiden. Der entscheidende Punkt aber ist, diese nicht nur auf politischer Ebene zu verlangen, zu erkämpfen oder einfach zu machen, sondern auch auf einer wirtschaftlichen – bzw. diese Trennung zwischen politischer und wirtschaftlicher Ebene schlicht