Buchrezension: Tausend strahlende Sonnen

Der Roman „Tausend strahlende Sonnen“ erzählt die Geschichte zweier Frauen in Afghanistan zwischen 1970 und Mitte der 00er Jahre. Dieses Buch tut verdammt weh, es schmerzt durch seine Authentizität, durch die Alltäglichkeit des Schicksals seiner Protagonistinnen – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der feministischen Gegenwartsaufgaben. Der Autor Khaled

What would Jean-Luc do?

Unter dem Titel "What would Picard do?" ist der erste Teil dieser Reihe über den Einfluss der Star Trek-Serien auf die sozialen Bewegungen in der Sommer-Beilage der Zeitungen SoZ und express erschienen. Im ersten Teil ging es um die Frage, wie in den Serien mit Pandemien umgegangen wird. Im hier

Kollektive Praxis durch mehr Theorie?

Das Buch Gemeinsames Aufbrechen von Florian Kaufmann, welches sich mit kollektiven Buchläden in der BRD beschäftigt, ist in diesem Jahr im Verlag AG SPAK Bücher (Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreis) erschienen. Darin betont Kaufmann, dass in vielen Projekten der kollektiven Selbstverwaltung "die Verbindung subjektiver Emanzipation mit dem Kampf um gesellschaftliche Veränderung" im

»Aufhören die Scheiße zu akzeptieren und mit der Organisierung beginnen«

Daria Bogdańska (1988) ist Comicroman-Autorin und gewerkschaftlich aktiv im Syndikat Malmö LS der SAC Syndikalisterna. Ihr Debüt »Wage Slaves« (auf Deutsch: Von Unten) handelt von Ausbeutung in der Gastronomie aber auch darum Widerstand zu leisten, mit oder ohne Gewerkschaft. Der Comicroman ist 2016 erstveröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt worden,

Rezension: Die falschen Freunde der einfachen Leute

Mit Robert Misiks Buch „Die falschen Freunde der einfachen Leute“ halten wir ein starkes Buch gegen Spaltungen und Atomisierung unserer aktuellen Gesellschaften in der Hand. In einer Zeit, in der sich innerhalb der Linken aber gesamtgesellschaftlich viele Fraktionen nur noch schreiend und „meinend“ mit gegensätzlichen Haltungen auseinander setzen, hat der

Das Dilemma mit der Hierarchie

Obwohl auch für den gesellschaftlichen Mainstream immer klarer wird, dass der Kapitalismus suizidalen Grundprinzipien folgt, schafft es die autoritätskritische Linke nicht, sich politisch als Breitenphänomen zu etablieren. Praktische Ansätze, Theorien, Gruppierungen und engagierte Menschen gibt es aber doch eigentlich mehr als genug. Jedoch wirkt insbesondere die anarchistische Bewegung in Fraktionskämpfe

Herodot und Herakles

Max Nettlau (1865-1945) hat mit der „Geschichte der Anarchie“ einen Meilenstein gesetzt, der allerdings bis heute nicht alle Bände umfasst, die er konzipiert und geschrieben hat. Er wurde der Herodot – also der Geschichtsschreiber – des Anarchismus genannt. Mit der neuen Edition im Libertad Verlag, einer wahren Herkules-Aufgabe, sollen nicht

»Where have all the rebels gone?«

Im Buch kommen verschiedene Perspektiven des Klassenkampfes und der Gegenmacht zu Wort. Dabei verfolgt es historisch die Spuren vom Roten Oktober 1917, über die spanische Revolution 1936 bis hin zur Generation von 1977 und führt in die Gegenwart. In Artikeln, wie zur Organisierung von Solidarität gegen Repression, über antagonistische Stadtpolitik,

Selbstverwaltete Betriebe

In den letzten Monaten wurde in linken Kreisen wieder verstärkt über weltweite Aufstände diskutiert. Der Anlass waren anhaltende Massenproteste auf den verschiedenen Kontinenten. Da werden Proteste von Hongkong, Irak, Iran, Ecuador, Chile und Libanon schnell aneinandergereiht. Dabei besteht die Gefahr, dass die jeweiligen Besonderheiten der Proteste in den Hintergrund treten.

Bamboo Stories

In der letzten Zeit wird viel über die ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse in Ländern des globalen Südens gesprochen, von denen oft gerade die liberale umweltbewusste Mittelschicht besonders profitiert. Dazu gehört auch die Bambus-Produktion. Bambuszahnbürsten und Bambusstrohhalme werden mittlerweile als ökologische Alternative für viel Geld angeboten. Jetzt zeigt der Dokumentarfilm des deutsch-bengalesischen Regisseurs Shaheen