Sabotage: Gestern wie Heute ein Kampfmittel

In den USA erschien 1916 beim IWW Publishing Bureau in Cleveland eine kleine Broschüre über Sabotage. An einem Textilarbeiterstreik 1913 beteiligten sich rund 25.000 Arbeiter*innen 20 Wochen lang in fünf US-Staaten und begleiteten einen Prozess im Staate New Jersey gegen Frederic Sumner Boyd, der wegen Aufruf zur Sabotage mit einer

„Betrifft: Anarchismus“ von Nicolas Walter – Die optimistische Synthese

Das Jahr 1968 wird zur Zeit hoch und runter bejubelt. Wir wollen daran auch teilhaben: 1968 begann der englische Anarchist Nicolas Walter am Küchentisch, während er seine jüngste Tochter im Kinderwagen schaukelt, den inzwischen zum Klassiker avancierten Text „Betrifft: Anarchismus“ nieder zu schreiben, der später in 15 Sprachen übersetzt wurde. Nicolas

Außer Kontrolle – QAnon, Wu Ming, Faber und Trumps Rache

Es war vielleicht der einzige Selbstmord, bei dem die Mörder lachend den Tatort verließen. Luther Blissett[ref] Mehr zum Kollektiv Luther Blissett[/ref], die bis dahin unbekannten Autoren von „Q“, eines nicht anders als in vielfacher Hinsicht genial zu nennenden historischen Romans über einen Revolutionär im ausgehenden Mittelalter, begingen Ende des letzten

Kapitalismus aufheben – jetzt!

Die Motivation zum Buch entstand den Autoren vor allem aus der Beobachtung heraus, Debatten um gesellschaftliche Utopien fänden im öffentlichen Raum kaum mehr statt, weshalb das zentrale Anliegen auch sein soll, große Utopien nicht nur wieder zu denken/ denken zu dürfen, sondern vor allem zur Diskussion und damit zur Weiterentwicklung

Auf dass wir Glückliche Arbeitslose werden!

Ende des 18. Jahrhunderts entstand der Typus der Arbeiter*innen. Menschen, die in Fabriken, Manufakturen und um deren Betriebsabläufe herum, in vorgeschriebenen Zeittaktungen, unter disziplinierenden Bedingungen, meist äußerst repetitive Handlungen vollzogen und damit produzierten, was der im Entstehen befindliche Kapitalismus so anbieten wollte und konnte. Die Wandlung der Gesellschaften von eher

Subversive Küche als gesellschaftliche Praxis

Warum wurde die Idee der subversiven Küche geboren? Die subversive Küche wurde geschaffen, um auf das Bedürfnis nach Kohärenz zwischen dem, was gesagt oder was vorgeschlagen wird und dem, was getan wird, zu reagieren. Ich glaube jeder*m von uns ist es schon passiert, dass wir in sozialen Einrichtungen oder in libertären

Sex Works?

Im Jahr 2011 war die Januar/Februar-Ausgabe der DA, damals noch im Druckformat, dem Thema „Sex Works“ gewidmet. Ich trug mit der Rezension eines schwedischen Dokumentarfilms über eines der größten Bordelle Europas, das Pascha in Köln, bei. Auch in dem von Katharina Sass herausgegebenen Band Mythos „Sexarbeit“. Argumente gegen Prostitution und Sexkauf

U.G.E.L. – Anarchistischer Bergsport um Barcelona – ein Interview

SRB: Wie lange gibt es euch? Wie viele Leute engagieren sich bei euch und welche Gruppenaktivitäten betreibt ihr? UGEL: Die "Unió de Grups Excursionistes Llibertaris" (UGEL) wurde vor 5 Jahren gegründet. Sie besteht aktuell aus 6 Gruppen in verschiedenen Städten, alle in der Nähe von Barcelona. Aktuell haben wir ca. 60

Das Darknet als emanzipatorische Vision

Das Darknet ist ein merkwürdiger Ort. Für die meisten Menschen ist es eine nie betretene Welt. Wer weiß schon genau, wo das Tor zu dieser Welt liegt. Für wenige Menschen ist es das bessere Internet, welches Fragen nach der Anonymität und der Verwertungslogik eines Ortes stellt, den wir gewöhnlich täglich

Rolltreppe abwärts

  Eines der meistdiskutierten soziologischen Bücher des Jahres 2016 ist Oliver Nachtweys „Die Abstiegsgesellschaft“. Der Soziologe Nachtwey nimmt mit dem Titel Bezug auf Ulrich Becks „Risikogesellschaft“. Gegen den Beck’schen „Fahrstuhleffekt“, nachdem eben auch für die Menschen „ganz unten“ der Fahrstuhl nach oben fährt, stellt Nachtwey das Bild der abwärts fahrenden Rolltreppe. Dieses