Aufbrüche

Fallback Image

Wie unbefangen manche Lieblosigkeiten sind, wenn sie durch den Raum schreiten, als wären sie Einsatzkommandos zur Sperrung der Innenstadt, mit einer blitzschnell aus dem Halfter gezogenen Großspurigkeit, die jedes Lächeln zum Erliegen bringt, auftrumpfende Belanglosigkeiten, die noch mit ihrer Unempfindlichkeit prahlen, sich nur mit aufsteigenden Härtegraden abgeben, den höchsten Scheinheiligtümern. Und danach? - Eine in aller Öffentlichkeit stattfindende

Killed by Death

Ich war selber etwas überrascht, als ich nach dem 28.12.2015 feststellte, dass meine ältesten Bravo-Ausschnitte über Motörhead etwa von 1983 datieren. Damals war ich acht, genau so alt wie die Band. Meine erste Motörhead-LP, die sträflich unterbewertete „Iron Fist“ (1982), stammt aus derselben Zeit – auch wenn ich sie mir zugegebenermaßen erst einige Jährchen später zugelegt

Gruppe Tresantis: „Die Anti-Atom-Bewegung – Geschichte und Perspektiven“

Das Tresantis-Kollektiv, laut eigener Beschreibung „Querköpfe die an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten eng mit dem Widerstand gegen Atomanlagen verbunden waren und sind“, hat ein solides Buch abgeliefert. Die Herausgeber*innen selbst vertreten den Anspruch einer Anti-Atom-Bewegung, die untrennbar mit anti-autoritärer, anti-staatlicher und anti-kapitalistischer Grundhaltung verbunden ist. Über mehrere Jahre

Back to the Past

In Zeiten von Web 2.0, einem immer weiter steigenden Leistungsdruck und dem weltweiten Siegeszug des Neoliberalismus ist das Bedürfnis vieler Menschen nach Entschleunigung verständlich und nachvollziehbar. Im Folgenden versuche ich am Beispiel der Ideologie des Anarcho-Primitivismus aufzuzeigen, warum die Rückkehr in die Steinzeit trotz allem keine emanzipatorische Perspektive darstellen kann. Anarcho-Primitivist*innen

Realexistierender Anarchismus

Nachdem ihr langjähriges Projekt nun abgeschlossen ist, kommt der Dokumentarfilm Projekt A der Regisseure Moritz Springer & Marcel Seehuber Anfang Februar in die Kinos. Vorab haben wir uns mit folgendem Interview schonmal einen Einblick verschafft.   Woher kam die Idee zu dem Film? Moritz: Ich habe Horst Stowasser 2008 auf einer Konferenz kennengelernt,

„Die Welt riss mich“

Feminist, Arzt, Zoologe, Antiimperialist, Schriftsteller, Journalist und Kriegsgegner – all dies lässt sich über Max Tobler sagen. Doch zu Max Tobler findet sich im deutschsprachigen Wikipedia kein Eintrag und auch innerhalb der Schweizer Linken war der seinerzeit sehr populäre Sozialist und Syndikalist in Vergessenheit geraten. Seit ihrer Entstehung 1925 blieb

Reichlich viel Reich

Seit gut einem Jahr bröckelt das Schmuse-Image des Soulmusikers Xavier Naidoo. Antisemitismus wird dem Sohn Mannheims vorgeworfen, so z. B. seitens der antirassistischen Amadeu Antonio Stiftung. Die sah sich daraufhin mit einer Unterlassungsklage konfrontiert. „Wer solche Songzeilen wie Xavier Naidoo in seinem Album ‚Alles kann besser werden‘ verbreitet, dürfte ein

Barfuß auf Lampedusa

Schwimmwesten hängen von der Decke, daneben Regalbretter voller zerbeultem Blechgeschirr. Vergilbte Koransuren sind über zerschlissenen Bibeln ausgestellt. Eine große Collage aus Kleidungsstücken zeigt die Erde, Kontinente aus Kinderkleidung. Außerdem kleine, bescheidene persönliche Gegenstände wie zerknitterte Fotos, Briefe und einige Kassetten mit arabischer Musik. Dies sind die Spuren, die Menschen auf

Freifunk

Wenn Menschen etwas über Freifunk wissen, dann sind es oft diese zwei Dinge: „Ich stelle meinen Zugang zum Internet anderen Menschen offen zur Verfügung“ und „wenn die dann etwas illegales machen, muss ich dafür haften“. Das ist zum einen nur ein kleiner Bruchteil dessen, was Freifunk ist und zum anderen so auch nicht ganz