Nationalismus und Emanzipation Hand in Hand?

Ostermontag 1916, Dublin – mitten im großbritischen Imperium George des V. geschieht Beispielloses: Über dem Hauptgebäude der Post wehen zwei neue Fahnen, eine grüne, mit Schriftzug der soeben ausgerufenen irischen Republik, dazu flattert etwas tiefer eine Trikolore in Grün, Weiß, Orange, die Irland gleichermaßen als Land der Katholiken (Grün) und der Protestanten (Orange) ausweist. Kurz zuvor

Faulheit als politisches Kampfmittel

Wir begehen heuer das Jahr 2016, und dennoch wollen wir unseren Blick in der Zeit nach hinten richten. Genau genommen in das Jahr 1919. Am 5. Juni erschien im Syndikalist der Artikel Faulheit als politisches Kampfmittel. Der Verfasser Karl Roche war ein bekennender Syndikalist und Theoretiker seiner Zeit. Der Autor Er begann

Nicht Staat sondern Selbstverwaltung!

Dieser Artikel setzt die Beiträge über Rojava in der Direkten Aktion von Dilar Dirik, Marcus Munzlinger und Teoder Webin fort.   Mindestens 102 Menschen starben am 10. Oktober in Ankara während einer Friedensdemonstration der pro-kurdischen Partei HDP (Demokratische Partei der Völker) durch die Bomben zweier Selbstmordattentäter, mehr als 500 wurden zum Teil

„Das Recht auf Faulheit“

Im Jahre 1880 erschien in der französischen Zeitschrift L‘Égalité ein Text, der nochmals eine ganz andere Sichtweise auf das Thema Arbeit werfen sollte: Le droit à la paresse – Das Recht auf Faulheit. Drei Jahre später erschien die Schrift nochmals als Broschüre, ins Deutsche wurde der Text von Eduard Bernstein

Radikale Globetrotter

1910 war die „anarchistischste“ Stadt der Welt nicht etwa Barcelona, sondern Buenos Aires, dicht gefolgt von Havanna. In vielen karibischen und lateinamerikanischen Regionen erlangten große syndikalistische Gewerkschaften eine ähnliche Bedeutung wie ihre europäische Schwester, die CNT. Verleihen wir dem globalen Süden in der Geschichte der anarchistischen Bewegung ein anderes Gewicht,

Arbeiter und Arbeitslose in einer bürgerlichen Revolution

Die Märzrevolution von 1848 wird in den Geschichtswissenschaften meist als „bürgerliche Revolution“ dargestellt, oft sogar als „deutsche Revolution“. Beide Begriffe sind irreführend: Zwar waren die Ergebnisse dieser Revolution durchaus „bürgerlich“: In den Schulen ist die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche und die Erarbeitung einer Verfassung das wesentliche Element, das von

»Ich hab den Krieg verhindern wollen.«

Fallback Image

Auf welche Traditionen sollen sich die Lohnabhängigen, Ausgebeuteten und einfachen Leute hierzulande in Bezug auf die Zeit der Naziherrschaft positiv beziehen? Die bis heute von offizieller Seite gefeierten Widerstandsgruppen aus dem Militär (20. Juli 1944) und der bürgerlichen Studierendenschaft (Weiße Rose) wurden erst aktiv, als sich die Niederlage im Weltkrieg bereits

Und die Räder steh‘n nicht still…

Bald nach den großen Streikbewegungen um 1968 fand in Frankreich ein Streikexperiment statt, das alles anders machen wollte. Kein passiver Streik, keine Arbeitsniederlegung, keine ritualisierten Abläufe. Und auch heute noch könnte die Geschichte dieses Streiks den Gewerkschaften helfen, neue Taktiken und damit auch neue Anziehungskräfte und neue Sympathien zu erarbeiten.

„Drum will ich Mensch sein, um zu dichten…“

Erich Mühsam war eine schillernde Persönlichkeit des deutschsprachigen Anarchismus. Als Autor von politischen und unpolitischen Texten sowie Gedichten, als eloquenter Redner sowie als Aktivist in der bayerischen Räterepublik hat er sich einen Namen gemacht. In diesem zweiten und letzten Teil beleuchtet die DA das Leben und Werk von ihm und

„…nicht lang G‘schichten machen, schlagt sie tot!“

„In diesem Augenblick proklamieren wir Bayern zur Republik, geleitet von seinen Arbeiter- & Soldatenräten.“ Nein, es war nicht etwa Kurt Eisner, der mit diesen Worten als Erster die bayerische Räterepublik1 ausrief. Es war Erich Mühsam. Am 7. November 1918 fand zunächst eine Großkundgebung auf der Münchner Theresienwiese mit ca. 60.000 Menschen