Anmerkung der Redaktion: Der Kampf gegen die Verschärfungen der Krankschreiberegelungen spielt auch eine wichtige Rolle in der aktuellen Kampagne der FAU „Du bist der Regierung egal!“

Was wir als Gewerkschaft von den geplanten Krankschreiberegeln halten ist ja wohl klar. Das ist der ausgestreckten Mittelfinger der Regierung gegenüber allen Lohnabhängigen!

Aber auch viele andere werden dadurch belastet. Jede:r Chef:in die das wollte, konnte auch nach den bisherigen Regeln schon eine AU ab dem ersten Tag verlangen. Allen Unternehmer:innen, die bisher lieber mit Vertrauen gearbeitet haben, wird nun Misstrauen gegenüber den Arbeiter:innen ‚ihres‘ Betriebes und mehr Bürokratie staatlich verordnet.

Viel schlimmer für Lohnabhängige, die in einer der zahlreichen Regionen mit mangelhafter ärztlicher Versorgung leben ist allerdings die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Hier belastet die Regierung Ärzt:innen und Patient:innen völlig unnötig, statt erst mal ihren eigenen Job zu machen und flächendeckend für eine gute hausärztliche Versorgung zu sorgen.

Kann diese ‚Reform‘ dazu beitragen die Krankheitszahlen zu reduzieren? Wohl kaum! Wer sich wegen des neu geschaffenen bürokratischen Aufwandes einer Krankschreibung am Freitag nochmal mit einer mittelschweren Erkältung auf die Arbeit schleppt, sorgt letztlich dafür, dass am nächsten Montag noch mehr Kolleg:innen krank sind und sich der eigene Heilungsprozess verlängert. Von den gesundheitlichen Folgeschäden verschleppter Erkältungen mal ganz abgesehen.

Was könnte wirklich helfen? Wir haben tatsächlich recht gute Regelungen im Arbeits – und Gesundheitsschutz (AuG) für Unternehmen. Allerdings bleibt es nahezu immer konsequenzlos für Unternehmer:innen sich nicht daran zu halten. Eine bessere Durchsetzung der bestehenden AuG-Regeln in den Betrieben wäre eine Maßnahme, die wirklich dazu beitragen kann, die Gesundheit zu verbessern.

Wenn zum Beispiel ein:e Unternehmer:in keine wirksamen Maßnahmen zum Hitzeschutz ergreift, müssen Arbeitsstätten u.U. an heißen Tagen auch einmal leer stehen. So kann bis zum nächsten Jahr ggf. ein Lerneffekt einsetzen und es können schlimme gesundheitliche Folgen von Arbeiten in großer Hitze vermieden werden. Auf den Staat ist hierbei jedoch offensichtlich kein Verlass!

Wenn ihr zum Beispiel in eurem Betrieb darüber sprecht euch besser zu vernetzen um Eure Interessen durchzusetzen oder du dich als Einzelperson in einer Gewerkschaft einbringen und austauschen möchtest, nehmt gerne Kontakt zu einem FAU-Syndikat in eurer Nähe auf.