Liebe Genoss:innen,

Die Direkte Aktion ist wieder da, seit dem 01.04.2026 um 13:12 Uhr!

Seit 1977 ist sie ‚das‘ anarchosyndikalistische Medium im deutschsprachigen Raum und die Zeitung der FAU – bis sie im Sommer 2025 von einem Hackerangriff ereilt wurde. Wichtig zu erwähnen: die ganzen Jahre davor hat ein:e Genoss:in die DA im Alleingang aufrecht erhalten. Ganz lieben herzlichen Dank an dich, du weißt, wer gemeint ist! <3

So konnte die auf dem FAU-Kongress 2025 frisch gewählte Redaktion an diese lebenserhaltenden Maßnahmen anschließen. Sie hat die Zwangspause genutzt, um der DA ein neues Erscheinungsbild zu geben. Neben klassischen Artikeln wollen wir auch audiovisuelle Formate ausbauen. Als Kontrast zur aktuellen Berichterstattung werden wir nach und nach auch die Inhalte der anarchosyndikalistischen Zeitung ‚Die Internationale‘ von 1927 bis 1935 digital zugänglich machen. Ebenso werdet Ihr die Inhalte der gedruckten Ausgabe der DA, die immer zum 1. Mai erscheint, hier papierlos finden.

Nach wie vor wird die Redaktion nicht von Fachleuten und Journalist:innen betrieben. Eine Handvoll Lohnabhängige geben dafür einen Teil ihrer übrig gebliebenen Energie und freien Zeit. Wenn euch Mängel oder Leerstellen auffallen, dann unterstützt uns durch eigene Beiträge, Hinweise und Zuarbeiten und ermuntert eure Kolleginnen dazu. In Zukunft wollen wir ein Redakteur:innen-Netzwerk innerhalb und außerhalb der FAU (wieder) aufbauen. Meldet euch gerne bei uns, wenn ihr darin mittun möchtet.

Von unserer inhaltlichen Schwerpunktsetzung künden auch die neuen Kategorien, nach denen Beiträge sortiert sind: Tageskämpfe; Zeitgeschehen; Kultur & Leben; Strategie & Organisation; Weltweit; Historisches; Best of FAU; und parallel dazu: Multimedia. Wir wollen einen Fokus legen auf das Veröffentlichen von Berichten aus Tageskämpfen. Dazu stellen wir eine Vorlage bereit, an welcher wir uns und sich unsere widerständigen Kolleg:innen für eine Berichterstattung orientieren können.

Außerdem möchten wir gerne die anarchosyndikalistische Debatte aus dem FAU-Bundesforum ans Tageslicht locken und so die Argumente und Gedanken der Syndikalist:innen auch anderen anti-autoritären Sozialist:innen zugänglich machen. So könnten wir an die Praxis unserer Vorgängerinnenorganisation FAUD anschließen. Die Syndikalismusforscherin Jule Ehms schreibt dazu:

„Da die Syndikalist:innen ihre Diskussionen teilweise öffentlich führten und ihr Verbandsorgan hierfür als Medium nutzten, lässt sich erkennen, in welchem Maß die FAUD ein Ort von Deutungskonflikten war, vor allem im Hinblick auf Strategien für die betriebliche Praxis […] Der basisdemokratische Anspruch [der FAUD] lässt sich auch an der Funktion der syndikalistischen Presse ablesen. Kontroversen wurden klar benannt und öffentlich ausgetragen. Unterschiedliche Standpunkte, auch Minderheitenpositionen, schafften es in den Syndikalist. In den Zeitungen fand ein Meinungs- und Erfahrungsaustausch statt, der die Entwicklung unterschiedlicher Handlungsperspektiven ermöglichte.“1

Status Quo ist heute unter FAU-Mitgliedern eine zu überwindende Gleichgültigkeit gegenüber der Frage, ob man ein Medium wie die Direkte Aktion braucht und ihr Aufmerksamkeit schenken soll. Das liegt vielleicht daran, dass in Deutschland mit dem größten Zeitungsmarkt Europas ein riesiges Angebot an Zeitungen, Zeitschriften und entsprechenden Websites vorherrscht. Das Spektrum reicht von konservativ-reaktionär bis linksliberal. Die Erzeugnisse des letzteren werden auch in der FAU gelesen.

Es ist jedoch so, dass das ganze Spektrum des angebotenen Journalismus schwerwiegende Mängel hat: Die Außenpolitik hat mit Rücksichten auf die Exportwirtschaft zu viel Gewicht, ein scharfer Blick für das Lokale fehlt. Es geht gemäßigt-bürgerlich zu, man lernt so gut wie nichts dabei und es ist in der Form brav durchschnittlich geschrieben – zumeist angepasst an die herrschende politische Agenda, selbst wenn man sich kritisch gibt.

Wir wollen eine Gegenstimme sein. Die Direkte Aktion ist zentraler Bestandteil unserer Bemühungen eine syndikalistische Organisation zu schaffen. Sie ist Verständigungs – und Verbindungsmittel unter uns Genoss*innen, mit ihr greifen wir die herrschende Ordnung auf dem Boden der Kommunikation an. Auf die nächsten 49 Jahre also! Moment, 49 Jahre?! Das schreit ja förmlich nach einem Jubiläumsband nächstes Jahr.

Packen wir’s an, gemeinsam voran,

Eure DA-Onlineredaktion

  1. Jule Ehms: Revolutionärer Syndikalismus in der Praxis. Verlag Westfälisches Dampfboot. 2023. Seiten 24 und 99. ↩︎