Syndikalismus im Museum

Das historische Unikat des mitteleuropäischen Anarchosyndikalismus ist dieses Jahr sogar Teil des offiziellen Veranstaltungsprogramms der südthüringischen Theaterhochburg Meiningen geworden. Geschuldet ist dies nicht zuletzt der Kooperation des Wandervereins Bakuninhütte mit der Erich-Mühsam-Gesellschaft (EMG), jener Literaturgesellschaft, die sich dem Gedenken an den insbesondere in der ehemaligen DDR bekannten Schriftsteller, Anarchisten und

Wer nach unten tritt

Es war eines dieser gruseligen Beispiele von üblen Zuständen gleich um die Ecke: Am 24. Oktober des vergangenen Jahres titelte die Thüringer Allgemeine: „Selbsternannte Bürgerwehr jagt rumänische Arbeiter in Hildburghausen“. Das sind nicht nur Vorkommnisse in Südspanien, wie in der vorletzten DA-Ausgabe beschrieben, auch keine verschwommenen Bilder von Anfang der 1990er.

Ist das die Überwindung?

Erinnern wir uns: Vor sieben Jahren besetzte eine nordthüringische Belegschaft ihre Fahrradfabrik, welche von der Stilllegung bedroht war. Nach der symbolischen Strike-Bike-Produktion in Eigenregie, wollten dann einige ehemalige Beschäftigte im kleinen Rahmen die Fahrradmanufaktur wiederbeleben. Anfang 2011 wurde die knapp drei Jahre zuvor gegründete Strike Bike GmbH in Folge einer

Wer gibt den Ton an?

Dass basisdemokratische Elemente wie etwa Volksentscheide nicht zwangsläufig zu sozialem Fortschritt führen müssen, kann des Öfteren in der Schweiz beobachtet werden. Aber auch hierzulande zeigen AkteurInnen, die mehr solcher plebiszitären Möglichkeiten fordern, reaktionäre Tendenzen. So berufen sich vor allem rechte Parteien auf die Meinung des Volkes, wenn es um Themen

Arbeit geschenkt?

Es hat sich etwas gedreht in der Bundesrepublik: das politische Klima. Gerade am Wahlkampf ist zu spüren, dass sich die Perspektive etwas geändert hat. Es geht auf den Wahlplakaten nicht mehr vordergründig um Arbeitsplätze und das trotz zahlreicher Insolvenzen. Vielen ist klar geworden, dass „Sozial ist, was Arbeit schafft“ hohles

Editorial

Liebe Leser und Leserinnen, die neue Ausgabe ist da – in skurrilen Zeiten. Eine konservativ-liberale Bundesregierung beschließt eine Lohnuntergrenze für Friseurinnen. Der Lohn dieser Berufsgruppe war jahrelang Sinnbild für übelste Ausbeutung. Vor allen Dingen, weil das Handwerk nach wie vor ein fast gewerkschaftsfreier Raum ist. Nun mag es oberflächlich verwundern, dass