Seien wir unmöglich, versuchen wir das Realistische!

Fallen wir ruhig mal mit der Tür ins Haus, denn der Aufschrei ist vorprogrammiert: Im achten Abschnitt seiner Streitschrift fordert Oskar Lubin „solange das Parteiensystem besteht, eben trotz Stasi-Vergangenheit vieler Führungskader die Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke zu suchen, wenn es um die Abschaffung von Hartz IV und anderer

Die Militarisierung des Arbeitskampfes

Als Jack London vor 100 Jahren Streikbrecher mit Klapperschlange, Kröte und Vampir verglich, hatte er keinen verarmten Leiharbeiter vor Augen, der Angst vor der eigenen Courage hätte oder sich ökonomisch nicht in der Lage sähe zu streiken, sondern uniformierte Paramilitärs, die mit Schusswaffen auf streikende ArbeiterInnen losgingen. Die bekannteste Streikbrechermiliz

Editorial

Fallback Image

Liebe Leserinnen und Leser, vor gut zwei Monaten fand in Münster ein Kongress zum 40jährigen Bestehen der gewaltfrei-anarchistischen Monatszeitung Graswurzelrevolution statt. Die alternative Presse gratulierte in ihren Printausgaben – nur die Direkte Aktion fehlte. Das liegt schlicht daran, dass die Redaktion der Direkten Aktion seit eh und je nach einem Rotationsprinzip

Die Abschaffung von Multikulti

Ein Kommentar Jasper von Altenbockums in der FAZ zum 20. Jahrestag der Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen sorgt für Empörung. Der FAZ-Autor meint, der rassistische Mob habe 1992 linken Multikulti-Romantikern endlich gezeigt, dass ihre „Utopie“ nicht funktionieren könne. Offenbar war Lichtenhagen nichts anderes als eine Lichterkette gegen Multikulturalismus – mit der unmittelbaren

50 Jahre für die Belegschaften

Kleine Anekdote zu Anfang: Für das Jahr 2013 wünscht sich die SPD eine Sonderbriefmarke „150 Jahre SPD“ – die CDU-Mitglieder im Ausschuss für Sondermarken aber machen darauf aufmerksam, dass es das Jubiläum des Allgemeinen Deutschen Arbeiterverbands (ADAV) ist, das gefeiert wird, und verbannt so die Parteiwerbung aus der Briefbeförderung. Ähnlich

Globalisierungskritik revisited?

Seltsam: Mit dem Aufkommen von „Occupy Wall Street“ beschäftigen sich FAZ und Spiegel mit Anarchismus, Verlage teils konservativer Provenienz (campus, Klett, Pantheon – letzterer gehört zu Bertelsmann!) publizieren anarchistische Bücher und eben jener meist hofierte Anarchist, David Graeber, diskutiert nicht nur auf allen Fernsehkanälen mit unterschiedlichsten PolitikerInnen und ÖkonomInnen, sondern

Editorial

Sommer, Sonne, Sonnenschein... Wenn man sich als Redaktion entschließt, im Sommer das Schwerpunktthema „Urlaub und Freizeit“ zu bearbeiten, neigt man beim Sinnieren über das Thema erstens dazu, sich auf einem Liegestuhl mit einem Longdrink zurückzulehnen anstatt tatsächliche Redaktionsarbeit zu machen. Zweitens neigt man dazu, das Editorial mit Platitüden à la

Alles neu…

Die Gewerkschaften sind in der Krise. Und das schon länger, nicht erst seit der sog. Finanzkrise. Mit Wirtschaftskrise hat das dennoch zu tun, denn Deregulierung, Flexibilisierung und Prekarisierung sind politisch gewollte Prozesse, die das Kapital aus der Krise der 1970er Jahre holen sollten. Diese Prozesse hat die Klientel der Gewerkschaften,

Umherschweifende Prekäre

Die „Precarias a la deriva“ sind eine Frauengruppe, die sich im Juni 2002 während des damaligen spanischen Generalstreiks gegründet hat. Sinngemäß bedeutet ihr Name „die (weiblichen) Prekären, die sich treiben lassen“, oder auch die „(weiblichen) Prekären in Verschiebung“ – der Name ist auch eine Anspielung auf den Schlüsselbegriff derive der

Wirtschaft und Demokratie gemeinsam denken

In ihrer Forderung nach mehr Demokratie scheint sich die Arbeiterbewegung kaum von anderen Emanzipationsbewegungen zu unterscheiden. Der entscheidende Punkt aber ist, diese nicht nur auf politischer Ebene zu verlangen, zu erkämpfen oder einfach zu machen, sondern auch auf einer wirtschaftlichen – bzw. diese Trennung zwischen politischer und wirtschaftlicher Ebene schlicht