200 Jahre DA!

Wie die Zeit vergeht! Noch im letzten Jahr feierten wir das 130ste Jubiläum unserer Gewerkschaftsföderation, und jetzt steht schon das große Jubiläum der Direkten Aktion an. Das nebenstehende Bild zeigt den französischen Syndikalisten Benoît Broutchoux mit der Erstausgabe der Zeitung, die die Geschicke des 21. Jahrhunderts entscheidend mitbestimmen sollte.

Wohlstand durch Verzicht?

Wer während der deutschen Hetze gegen die „Pleite-Griechen“ zwischen den Zeilen las, konnte die implizite Botschaft an die eigene Bevölkerung nicht übersehen. Die Griechen, gleich einem „Volkskörper“, müssten als Kollektiv zusammenstehen, die verursachte Schuldenmisere gemeinsam ausbaden und dafür Opfer bringen; Proteste und Streiks seien da nur kontraproduktiv – ein

Editorial

Für die 200ste Ausgabe der DA haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht: Wir wagen den Rückblick aus dem 22. Jahrhundert – augenzwinkernd, humoristisch und doch mit einem ernsten Unterton. Wie könnte gesellschaftliche Veränderung auf anarcho-syndikalistische Weise aussehen, wie wird ein Tellerwäscher zum Revolutionär und welche Rätsel erwarten uns auf

Sprechstunde bei Dr. Haller

„Wann ist die Gewerkschaft groß genug?“ Ralf, 36: Ich liebäugele schon länger mit der FAU und möchte dazustoßen, habe aber Angst, dass meine Gewerkschaft dann nicht groß genug ist. Wie groß sollte die Gewerkschaft sein? Und wie kann ich meine Interessen wirklich befriedigen? Dr. Haller: Größe, aber auch Einstellung

30 Jahre Asphaltkultur!

„Traue keinem über 30!“ So lautet ein Motto, welches dem amerikanischen Free-Speech-Aktivisten Jack Weinberg zugeordnet wird und das es als Alltagsfloskel und Binsenweisheit in die meisten Jugendbewegungen der Welt geschafft hat. Dieses Motto stand auch symbolisch für das euphemistisch genannte „Erwachsenwerden“ der Grünen, als der Parteivorstand zum Jubiläum eine

Emmely darf wieder an die Kasse

„Ich bin total überwältigt“, strahlt Emmely noch immer nach Worten ringend. Sie habe immer an Gerechtigkeit geglaubt, sagt sie den Journalisten, die sie vor dem Erfurter Gericht umringen. Nach zwei verlorenen Instanzen gewann die Berliner Kassiererin schließlich am 10.6.2010 die Kündigungsschutzklage vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt. Die Kündigung

Der Aufstand, der kommt

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Keine Frage, der Schock über die drei erstickten Angestellten in der Athener Marfin-Bank, die während des Generalstreiks am 5. Mai, aus der Demonstration heraus mit Molotow-Cocktails in Brand gesetzt worden war, sitzt tief. Die antiautoritär-anarchistische Bewegung diskutiert seither erbittert über eine „Kultur des Wegschauens gegenüber nihilistischer Macho-Militanz“, die sich seit

Hosen runter!

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Zum Geleit Holger Marcks (Redaktion Hintergrund) zur Zusammenstellung dieses Rückblicks Zum Autor: Holger Marcks (29) ist Journalist und Mitglied der FAU Berlin. Seit 2005 bei der DA in wechselnden Ressorts (30 Ausgaben Dienstzeit). Lieblingsspeise: Rollmöpse. AnarchistInnen von heute neigen bekanntlich dazu, sich konspirativ in staubigen Hinterzimmern zu treffen, ihre Gesichter hinter

Kolumne Durruti

Menschen sind widersprüchlich. Das liegt in ihrer Natur und ist an sich nicht weiter tragisch. Aber es ist auch nicht immer leicht zu ertragen, und noch schwerer zu verstehen, zumal dann, wenn sie sich wegen eines vermeintlich nichtigen Anlasses in rohe Geschöpfe verwandeln, gleichsam erschreckend wie bemitleidenswert. So wie dieser

Zeitung gegen Ausbeutung

„Setz’ drei AnarchistInnen zusammen und sie fangen an, eine Zeitung herauszugeben ...“ Die Ereignisse, die zur Geburt der Direkten Aktion (DA) führten, sind vielschichtig und aufs Engste mit der internationalen Entwicklung des Anarcho-Syndikalismus verbunden. Im März 1977 nahmen über 25.000 Menschen an einer Versammlung der CNT in San Sebastian