Anarch@-Syndikalismus und (Anti-)Politik [TEIL 3]

Die vier anarch@-syndikalistischen Wege im Umgang mit der Politik Im Umgang mit der politischen Sphäre haben sich im anarchistischen Syndikalismus im Wesentlichen vier verschiedene Richtungen herausgebildet. Gruppen, die sich so bezeichnen, letztendlich aber tatsächlich bloß wie linke politische Gruppen agieren (also z. B. nur Propaganda machen, sich im Plenum organisieren, vor

Anarch@-Syndikalismus und (Anti-)Politik [TEIL 2]

Das politische Spiel In meinem Nachdenken über ein anarchistisches Politikverständnis habe ich mich dafür entschieden, eine gouvernementale, konfliktorientierte und ultra-realistische Definition zu verwenden, die ich hier knapp illustrieren möchte: Meinem Verständnis nach besteht Politik in der Verhandlung widerstreitender Interessen, die durch verschiedene Akteur*innen repräsentiert werden. Durch diese Repräsentation fallen schon einmal

Anarch@-Syndikalismus und (Anti-)Politik [TEIL 1]

Im Folgenden werde ich einige Erkenntnisse wiedergeben, welche ich durch meine intensive Beschäftigung mit der politischen Theorie des Anarchismus gewonnen habe. Die Grundüberlegung lautet, dass es im anarchistischen Syndikalismus ein Unbehagen mit Politik gibt und eine bestimmte Kritik an ihr besteht, während zugleich eine Bezugnahme auf Politik geschieht und auch

Anarchistische Staatskritik und ihre Konfrontation mit marxistischen Ansätzen

Dieser Text möchte die aktuellen Tendenzen der anarchistischen Theorien erörtern, verzichtet dabei jedoch auf einen umfangreicheren historischen Abriss der Entwicklung dieser Theorien. Dabei werden die Einzelaspekte der anarchistischen Staatskritik einer gesonderten Würdigung unterzogen, als da wären die Staatsgewalt selbst (auch in Form der Konkurrenz der Staatsgewalten untereinander was sich in Nationalismus,

Ukrainische Gewerkschaften angesichts des Krieges

Wir lernten Denys und Mitglieder der Kranführer:innengewerkschaft im Frühjahr 2021 bei Ferntreffen und einem Erfahrungsaustausch zwischen gewerkschaftlich organisierten Kranführer:innen in Polen und der Ukraine kennen. Zu dieser Zeit waren in beiden Ländern Proteste in Sachen Lohnerhöhungen und einer Verbesserung der Arbeitssicherheit in dieser Branche im Gange. Die ukrainischen Kranführer:innen informierten

Ukrainische Gewerkschaften angesichts des Krieges

Vitali, sag’ uns vor allem, wie die Lage der Werktätigen in der Ukraine jetzt ist. Womit beschäftigen sich die Mitglieder deiner Gewerkschaft? Unterschiedlich, manche gehen zur Arbeit, andere sitzen zu Hause oder verstecken sich in Luftschutzbunkern. Einige versuchen, nach Polen zu gelangen, andere sind in die Westukraine zu ihren Familien gefahren. Gehen

Ein langer Weg nach Kurdistan, ein langer Weg zum Frieden

In diesem Teil berichtet der Autor subjektiv über seine Teilnahme an der #Delegation4Peace in der Autonomen Region Kurdistan. Dieser Artikel erschien gekürzt erstmalig in der September-Ausgabe der Graswurzelrevolution. Mitte Juni 2021. Wir fahren durch die Berge der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, unsere Busse sind voller Internationationalist:innen. Das Rattern der Motoren

Every Rose Has Its Thorn

Die Black Rose Anarchist Federation / Federación Anarquista Rosa Negra (BRRN) sah sich ab Ende 2019 mit einer massiven Austrittswelle konfrontiert, insgesamt 59, von denen zwei Drittel im Herbst 2020 stattfanden. Diejenigen, die gingen, waren unverhältnismäßig viele Frauen, queer, trans, nicht-binär und/oder POC. Anstatt auf ein singuläres traumatisches Ereignis zu

Aktion vor Funktion!

Get Organized Now

Vor ca. 20 Jahren hat sich ein findiger Student in seiner Abschlussarbeit der Frage nach der Beitrittsmotivation von Gewerkschaftsmitgliedern gestellt. Er hatte die Beitrittsmotivation von Mitgliedern der IG Metall und der anarchosyndikalistischen FAU verglichen. Das Ergebnis war vorhersehbar: IGM-Mitglieder sind aus Interessensgründen Mitglied geworden, wegen dem Tarifvertrag, dem Rechtsschutz etc.

Der 8. März war, ist und bleibt ein feministischer Kampftag!

Von Anfang an kämpften wir nicht nur ums Wahlrecht, sondern immer auch gegen Armut und für bessere Arbeitsbedingungen – kurz: für ein menschenwürdiges Leben für uns alle! Unter den vielen – oft der Repressionen ausgesetzten – feministischen Kämpfen im späteren 19. und frühen 20. Jahrhundert ragt der Lawrence-Textilstreik von 1912