Rolltreppe abwärts

  Eines der meistdiskutierten soziologischen Bücher des Jahres 2016 ist Oliver Nachtweys „Die Abstiegsgesellschaft“. Der Soziologe Nachtwey nimmt mit dem Titel Bezug auf Ulrich Becks „Risikogesellschaft“. Gegen den Beck’schen „Fahrstuhleffekt“, nachdem eben auch für die Menschen „ganz unten“ der Fahrstuhl nach oben fährt, stellt Nachtwey das Bild der abwärts fahrenden Rolltreppe. Dieses

Kolumne Durruti

Medialer Amoklauf Um den 20. März ließ die Lufthansa durch ihre Personalvorsitzende Bettina Volkens die Fraktionen des Bundestags wissen, dass ihr der Eingriff ins Streikrecht durch das Tarifeinheitsgesetz nicht genügt. Dieser müsse „nachgebessert“ werden, und zwar durch Schlichtungsverfahren, Ankündigungsfristen und eine „Sicherstellung der Grundversorgung“. In dasselbe Horn hatte vorher bereits die

Arbeiter und Arbeitslose in einer bürgerlichen Revolution

Die Märzrevolution von 1848 wird in den Geschichtswissenschaften meist als „bürgerliche Revolution“ dargestellt, oft sogar als „deutsche Revolution“. Beide Begriffe sind irreführend: Zwar waren die Ergebnisse dieser Revolution durchaus „bürgerlich“: In den Schulen ist die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche und die Erarbeitung einer Verfassung das wesentliche Element, das von

Einigkeit und Recht und Freiheit? Kein Stück!

So langsam wird die Verwirrung um das neue Tarifeinheitsgesetz aus dem Ministerium Nahles vollkommen. Im Mai 2014 hatte sich der DGB auf seinem Gewerkschaftstag noch gegen dieses Gesetz ausgesprochen – wenn auch nicht glasklar. Die etwas humpelnde Erklärung dazu basierte auf den Differenzen zwischen Basis und höchster Funktionärsebene. Letztere hat sich

Einheitlich für Autonomie

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Das Bild hat etwas Absurdes: Auf dem Weißekreuzplatz in Hannover campen bereits seit Mai sudanesische Flüchtlinge. Ihre Transparente hängen zwischen Fahnenstangen, von denen eine blonde Frau ihre weißen Zähne bleckt und zum „Tag der deutschen Einheit“ einlädt. Dieses Bild präsentiert sich den BesucherInnen der Konferenz „Gemeinsam Strategien entwickeln – Erneuerung durch

Solidarität mit Kobane, aber wie?

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Die anarchistisch orientierten Menschen der Welt haben ein neues Vorbild: Das libertär-kommunalistisch1 organisierte Rojava, wo die YPG/YPJ gegen die IS kämpft. Dass eine ganze Region sich eine libertäre Organisationsform gibt und dann auch noch im Krieg steht, das gab es das letzte Mal vor ziemlich genau 20 Jahren, als der

Kolumne Durruti

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Man sollte meinen, Anarchosyndikalisten würden vielleicht öfter streiken als andere Gewerkschafter. Schließlich spielt der Streik bei ihnen in der Theorie eine Sonderrolle und einen gewissen Hang zur Mystifizierung kann man ihnen auch nicht absprechen. Aber weit gefehlt, denn da gibt es ja noch die berühmten äußeren Umstände – ein Hauch

Die Wahrheit von morgen

Gerd Stange, Aktivist seit den 1970er Jahren, kehrt in die politische Bewegung zurück mit einem Text, der deutlichen Manifest-Charakter hat und in dem er eine Lanze für die Utopie bricht – eben mit dem Zitat Victor Hugos, dass die Utopie die Wahrheit von morgen sei. Revolutionär Neues muss man dabei nicht

Die Militarisierung der Revolte

Anarchismus – und mit ihm auch der Anarchosyndikalismus - wird auch heute noch gerne mit Gewaltbereitschaft, Chaos und Terror gleichgesetzt. Das ist leider nicht nur eine Macke der „bürgerlichen“ Medien, das Klischee hat sich auch z.T. in die anarchistischen Identitäten eingeprägt. In den sich als anarchistisch verstehenden Subkulturen spielt Gewalt

Arbeitsplätze schaffen – mit Waffen

Die IG Metall gilt innerhalb des DGB als dessen linker Flügel. So übernahm sie in der letzten Tarifrunde – wenn auch aufgeweicht – die FAU-Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit (siehe auch den Artikel Die Erlösung der Parias?). In der Frage der Tarifeinheit ist sie wesentlich skeptischer als der DGB, sogar über der