Ein Blick nach vorne und zurück

Angekündigt als „größtes Anarchistentreffen seit den Libertären Tagen in Frankfurt 1991“, fand 140 Jahre nach Ausrufung der Antiautoritären Internationale das „Welttreffen des Anarchismus“ vom 8.-12. August in Saint-Imier im Schweizer Jura statt. Donnerstag, 9. August: Strahlender Sonnenschein. Über steile enge Straßen nähern wir uns durch phantastische Berglandschaften dem Uhrmacherstädtchen Saint-Imier. Ein riesiges

Durchbruch im Süden

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Der 28. Oktober, der „Óxi-Tag“, ist Nationalfeiertag in Griechenland. An diesem Tag hatte der faschistische Diktator Metaxás 1940 durch sein „nein“ (óxi) ein Ultimatum seines italienischen Kollegen Mussolini zur kampflosen Übergabe des Landes zurückgewiesen. Die italienischen Faschisten marschierten ein und wurden durch den Widerstand der griechischen Armee und der Bevölkerung

Schlaglichter aus Griechenland

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Nach einem Jahr kapitalistischer Schocktherapie zerfällt die griech. Gesellschaft zunehmend in sich bekämpfende Gruppen. Längst ist klar, dass ein teilweiser Schuldenerlass oder eine Umschuldung unumgänglich ist. Während allein auf schweiz. Konten ca. 600 Mrd. Euro der griech. Oligarchie gehortet werden, kann der Staat seine Schulden von 350 Mrd. nicht abbezahlen. Bevor

„Bezahlt wird nicht!“

Nach einem Jahr heftig umkämpfter Sparmaßnahmen, nach Gehalts- und Rentenkürzungen, nach Preissteigerungen und staatlicher Repression haben es viele GriechInnen satt. Davon zeugen nicht nur die bisherigen acht Generalstreiks, die Besetzung von Ministerien und Straßenkämpfe mit der Polizei, auch andere bemerkenswerte Formen des zivilen Ungehorsams greifen in diesen Wochen um sich: Málgara

„Gefahr für die Volksgesundheit“

Um die Legalisierung ihres Aufenthaltes durchzusetzen, befinden sich seit Ende Januar 300 MigrantInnen in Athen und Thessaloniki im Hungerstreik. Im „Aufruf der Vollversammlung der Hungerstreikenden“ heißt es: „Wir sind Migrantinnen und Migranten aus ganz Griechenland. Wir kamen hierher, vertrieben von Armut, Arbeitslosigkeit, Kriegen, Diktaturen. Die multinationalen Konzerne des Westens und

Kein Blackout

Nicht erst seit kurzem steht Griechenland am Rande des wirtschaftlichen Ruins. Das Land gehörte innerhalb der EU von Beginn an zu den ökonomisch schwachen Staaten. Die private Verschuldung ist von 16,8 Mrd. 2001 auf 98,3 Mrd. Euro im Jahr 2008 gestiegen. Der Durchschnittslohn lag 2008 bei 789 Euro und das bei einem Preisniveau knapp unter

Streiks und drohender Staatsbankrott

Nach den Unruhen zum Jahrestag der Ermordung des 15jährigen Aléxandros Grigorópoulos, am 6.12.2008 durch Polizeibeamte in Athen, gerät die sozialdemokratische Regierung Griechenlands in der EU immer stärker unter Druck. Das Gerücht eines bevorstehenden Staatsbankrotts hält sich so hartnäckig, dass es der Vorsitzende der Eurogroup und Ministerpräsident Luxemburgs, Jean-Claude Juncker, explizit dementieren musste. Finanzexperten warnen vor Liquiditätsproblemen des Staates,

Aus für Kohlekraftwerk Mainz/Wiesbaden!

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Die schon gepackte Kletterausrüstung und die vorbereiteten Transparente werden erstmal nicht gebraucht. Eine Strommastbesetzung von AktivistInnen gegen das geplante Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue konnte abgeblasen werden, stattdessen knallten die Sektkorken! Am 28. September verkündete der Vorstandschef der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW), Werner Sticksel, einen „vorläufigen Baustopp“ und ein „mindestens dreijähriges Moratorium“ für das Projekt. Mit dem Ausstieg der Barclays

Auf die Straße statt vor die Glotze

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Brennende Banken und Barrikaden, geplünderte Supermärkte, ausgebrannte Autowracks. Fünf Tage und Nächte in Folge waren Zehntausende auf den Straßen und tausende, vor allem junge Menschen, gingen mit unglaublicher Wut in die Straßenkämpfe mit den Sondereinsatztruppen der Polizei. Auslöser waren die Todesschüsse eines Polizeibeamten auf einen 15-jährigen Schüler im Szenestadtteil Exárchia in Athen, der als Hochburg der anarchistischen

Kohlekraftwerk Mainz/Wiesbaden vor dem Aus?

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„Lasst die nur demonstrieren, solange wir regieren!“ Der Ausspruch des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl während der Mobilisierungen gegen die Stationierung von Pershing- II-Raketen Anfang der 80er ist mir noch gut in Erinnerung. Selten hat ein Politiker deutlicher zum Ausdruck gebracht, was er, einmal gewählt, von der Meinung der Bevölkerung hält. Ähnlich mögen die Regierenden der