Utopische RealistInnen

Filmplakat „Noise & Resistance“Im Sommer 2011 lief der Dokumentarfilm Noise & Resistance – Voices from the DIY Underground in den Programmkinos mehrerer Länder an. Unsere Genossin Monika sprach mit Franny, einer der beiden Regisseurinnen, über widerständige Kultur, das Lebensgefühl des Do it yourself (DIY) und das Verhältnis von Utopie und Wirklichkeit. Während in der gedruckten DA aus Platzgründen das Interview nur gekürzt erscheinen konnte, findet sich hier die vollständige Version.



Zunächst
möchte
ich
etwas
aus
dem
Film
zitieren,
was
ich
wirklich
interessant
finde:
„Nenn
es
nicht
Punk,
nenn
es
eine
Bewegung
von
Menschen,
die
etwas
anderes
machen,
die
auch
immer
Menschen
sind,
die
anders
sind,
die
individuell
sind,
die
individuell
entscheiden,
was
sie
anders
machen
wollen.1
Meine
Frage
ist:
Worum
geht
es
Deiner
Meinung
nach
beim
Punk?
Ist
es
nur
eine
Einstellung
zum
Leben
oder
mehr?

Kommt
glaub
ich
drauf
an.
Punk
kann
vieles
sein.
Jede_r
muss
das
für
sich
als
„Individuum“
entscheiden.
Nach
30
Jahren
Punkgeschichte
kann
es
ein
Lifestyle
sein,
es
kann
Wut
sein,
es
kann
Kreativität
sein,
es
kann
Aktivismus
sein,
es
kann
eine
politische
Einstellung
sein.
Ich
denke,
Punk
beinhaltet
ein
weites
Spektrum
von
Bedeutungen,
aber
im
Film
geht
es
definitiv
um
politische
Einstellungen.


Der
Film
zeigt,
dass
Veränderung
wirklich
möglich
ist,
aber
was
bedeutet
es
für
Dich,
die
Welt
mit
Punkmusik
zu
verändern?


Ich
denke,
Punk
alleine
kann
die
Welt
nicht
verändern.
Ich
denke,
was
der
ganze
Film
beschreibt,
ist,
dass
Leute
nicht
einverstanden
sind
mit
dem
was
vor
sich
geht,
und
eine
widerständige
Position
einnehmen/finden.
Anstatt
das
weiterzumachen,
was
sie
eigentlich
über
Bord
werfen
wollen,
beginnen
sie
eine
Alternative
aufzubauen
– das
kann
eine
Punk-
oder
DIY-Szene
sein,
oder
auch
eine
Menge
andere
Dinge.
Aber
das
ist
die
grundlegende
Sache:
wenn
Menschen
nicht
einverstanden
sind,
sollten
sie
aktiv
werden.
Und
darin
liegt
immer
eine
Veränderung.


Und
was
bedeutet
für
dich,
aktiv
zu
sein
und
was
bedeutet
Aktivismus
jetzt?

Aktiv
zu
sein
heißt,
du
hast
eine
Außenwirkung
auf
deine
Umwelt
und
ich
denke,
nicht
nur
eine
akustische,
sondern
wenn
du
mitmachst,
unterstützt
und
organisierst,
wenn
du
an
einer
Idee
arbeitest,
die
etwas
verändert.


Ein
anderes
Zitat
aus
dem
Film:
„Es
geht
nicht
nur
darum,
gegen
die
Gesellschaft
um
uns
herum
zu
sein,
sondern
auch
darum,
eine
Alternative
aufzubauen.“2
Was
ist
eine
Alternative
zur
heutigen
Gesellschaft?

Es
hängt
von
der
Perspektive
des
einzelnen
ab,
im
Falle
des
Films
ist
es
eine
Gesellschaft,
die
auf
Solidarität,
Gemeinschaft
und
Verantwortungsbewusstsein
beruht,
anstelle
von
Profit,
Ausbeutung,
Isolation
und
anderem
Bullshit,
der
dich
nur
von
den
wesentlichen
Dingen
abhält,
die
nötig
sind,
um
diese
Welt
miteinander
zu
teilen.


Ist
die
Alternative
eine
Utopie
für
dich?
Oder
ist
eine
alternative
Lebensweise
möglich?
Ist
die
DIY-Idee
noch
lebendig?

In
der
Art
wie
diese
Szene
die
DIY-Idee
praktiziert,
funktioniert
sie
nicht
für
die
ganze
Gesellschaft,
das
ist
eine
Utopie.
Aber
wenn
du
eine
Utopie
verfolgst,
hast
du
immer
einen
Plan
und
verwirklichst
etwas
auf
deinem
Weg.
Natürlich
wirst
du
auf
diesem
Weg
auf
Hindernisse
und
an
deine
eigenen
Grenzen
stoßen,
das
ist
ein
Kampf
und
nicht
alles
kannst
du
realisieren,
aber
das
wichtigste
ist,
dass
du
dich
darauf
hinbewegst.
Darum
denke
ich,
es
ist
cool,
die
Utopie
zu
bewahren,
auch
wenn
am
Ende
nicht
genau
das
dabei
herumkommt,
was
du
erwartest
hast,
aber
du
bleibst
in
Bewegung
und
bewirkst


…Veränderung…


Genau.


Würdest
du
die
Menschen
in
Eurem
Film
Utopist_innen
nennen?
Sind
diese
Künstler_innen
und
Musiker_innen
utopistisch?


Schwierige
Frage,
habe
ich
nie
drüber
nachgedacht.
Ich
denke,
es
hängt
von
der
Interpretation
ab,
was
utopisch
ist.
Auf
der
einen
Seite
ist
es
sehr
real,
weil
es
für
sie
ganz
gut
funktioniert.
Sie
leben
bereits
das,
was
für
jemand
anderen
eine
Utopie
sein
würde.
Natürlich
kannst
du
sie
Utopist_innen
nennen
im
Sinne
der
Perspektive
von
jenen,
die
keine
Veränderung
wollen.
Weil
sie
Vorstellungen
haben,
die
für
andere
unmöglich
sind:
eine
andere
Welt,
eine
andere
Gesellschaft.
Im
Sinne
eines
machbaren
Entwurfes
einer
fiktiven
neuen
Ordnung
der
Gesellschaft
sind
sie
ebenfalls
Utopist_innen,
weil
sie
immer
noch
die
Idee
einer
anderen
Welt
entwickeln.
Andererseits
haben
sie
schon
etwas
erreicht
und
leben
ihre
Utopie

so
sind
sie
also
Realist_innen
geworden!


Im
Film
können
wir
auch
hören:
„Wenn
wir
das
politische
System
aufbrechen
wollen,
können
wir
das
nicht
tun,
indem
wir
etwas
tun,
was
das
politische
System
spiegelt.“3
Dieses
Zitat
wirft
die
Frage
auf,
ob
dieser
Kampf
für
ein
alternatives
Leben
eine
Utopie
ist
oder
nicht?
Oder:
Evolution
oder
Revolution?

Ja
genau.


Und
für
dich:
Kannst
du
ein
alternatives
Leben
auf
dem
Weg
der
Evolution
erreichen
oder
durch
Revolution?


Revolution.


Definitiv
Revolution…


Ich
denke,
man
kommt
immer
an
den
Punkt,
wenn
man
in
einer
großen
Masse
organisiert
ist,
wo
es
einfach
ist,
an
Hierarchien
festzuhalten
und
sich
an
die
Leuten
dranzuhängen,
die
lauter
sprechen
und
andere
ignorieren,
und
es
ist
manchmal
viel
leichter
und
schneller
und
effektiver
wenn
Du
dich
so
verhältst,
anstatt
sich
der
Notwendigkeit
einer
anderen
Entscheidungsstruktur
zu
stellen
– nämlich
einen
Konsens
zu
erreichen.
Aber
unsere
Stärke
ist,
wenn
wir
nicht
nur
in
kleinen
Zirkeln
oder
Gruppen
arbeiten,
dass
wir
den
wirklich
ermüdenden
und
anstrengenden
Prozess
durchstehen;
dass
jede_r
sprechen
kann
und
wir
nicht
so
schnell
entscheiden,
so
dass
jede_r
eine
Stimme
bekommt.
Selbst
wenn
es
am
Ende
die
Arbeit,
die
du
tun
möchtest,
beschränkt,
bringt
es
dich
zu
einem
völlig
anderem
Verhalten,
oder
einem
anderen
System.


Und
dein
Aktivismus
– was
machst
du?
Einfach
gesagt
– was
ist
dein
DIY?

Mein
DIY
(lacht).
Also,
einiges,
was
ich
mache
ist
mehr
oder
weniger
DIY.
Ich
realisiere
einfach
meine
eigenen
Ideen.
Ich
bin
niemals
Teil
von
Institutionen
oder
so
etwas
ähnlichem
gewesen.
Ich
bin
Teil
der
berliner
Subkultur,
des
Untergrunds,
und
ich
versuche,
sie
zu
beeinflussen
und
neue
Ideen
einzubringen.
Ich
mache
eine
Menge
Shows
und
Soli-Partys.
Ich
mache
natürlich
auch
politische
Dinge,
diverse
Sachen
für
diverse
Organisationen,
Antifa-Initiativen
oder
solche
für
(politische)
Flüchtlinge.
Daneben
bin
ich
Teil
des
Filmkollektivs
AK-KRAAK
und
mache
meine
eigenen
Filme.


Kannst
Du
etwas
über
Eurer
Filmkollektiv
AK
KRAAK
erzählen?
Wie
und
wann
fing
das
an?
Wie
viele
Leute
sind
dabei?
Was
macht
Ihr?


AK
KRAAK
entstand
1990
bei
der
Besetzung
der
Mainzer
Straße
nach
dem
Fall
der
Mauer.
Dort
begannen
die
Medien
Reportagen
über
die
Besetzer_innen
und
die
anarchistische
Bewegung
in
Berlin
zu
machen.
Es
war
kein
wirklich
verantwortlicher
Journalismus,
es
war
einseitig.
In
der
Zeit
starteten
einige
Leute
ein
Video-Kollektiv,
das
damals
Squatter-TV
hieß.
Als
die
Hausbesetzungsbewegung
zerfiel
und
auch
viele
andere
Themen
aufkamen,
wie
Antikapitalismus,
Globalisierungskritik
und
weitere
„linke“
Themen,
wollten
wir
Journalist_innen
„aus
der
Bewegung
und
für
die
Bewegung“
sein,
um
die
Leute
zu
informieren,
die
nicht
dabei
sein
konnten,
um
Gruppen
und
Aktivist_innen
zu
vernetzen
und
Gegenöffentlichkeit
aufzubauen.
Also
haben
wir
alle
paar
Monate
ein
VHS-Videomagazin
mit
diversen
Clips
über
kulturelle
und
politische
Aktionen
von
linken
und
radikalen
Gruppen
in
Deutschland,
Europa
und
dem
Rest
der
Welt
gemacht.
Heute
machen
wir
immer
noch
Medien
für
die
Szene,
wir
orientieren
uns
nicht
am
Mainstream,
sondern
machen
das
für
diese
Szene.
Anders
als
in
den
frühen
90ern
macht
heute
jede_r
Filme
und
kann
sie
im
Internet
publizieren.
Heute
machen
wir
mehr
Workshops
und
technische
Unterstützung
für
Aktionen
und
Organisationen,
oder
für
Leute,
die
Material
haben,
dass
sie
bearbeiten
oder
publizieren
möchten.


Was
sind
nun
die
Zukunftspläne
des
Kollektivs?

Gute
Frage,
wir
sind
eine
Gruppe
von
12
Leuten
und
wir
treffen
uns
einmal
pro
Woche,
was
nicht
leicht
ist,
weil
alle
sehr
beschäftigt
sind,
ein
eigenes
Leben
und
Verantwortung
haben.
Trotzdem,
wir
planen
immer
noch,
ein
neues
Film-Magazin
zu
machen,
wie
in
früheren
Zeiten,
und
etwa
jedes
halbe
Jahr
eine
Ausgabe
zu
veröffentlichen.
Früher
war
dieses
eine
Sammlung
von
Clips,
aber
nun
wollen
wir
es
stärker
strukturieren.
Aber
wir
wollen
auch
die
Arbeitsweise
im
Kollektiv
verändern,
weil
wir
sehen,
dass
bloßes
Produzieren
nicht
mehr
so
unsere
Sache
ist.
Wenn
du
Aktivist_in
bist,
ist
es
nicht
so
befriedigend,
nur
eine
„Arbeitsstelle
Medien“
zu
sein.
Vielleicht
gehen
wir
zurück
zum
Konzept
der
„Medien-Guerilla“
und
benutzen
Medien
als
ein
Mittel
des
Aktivismus.


Aber
zurück
zum
Film:
Ihr
wart
sehr
viel
unterwegs,
in
Spanien,
Deutschland,
dann
Russland,
dann
Schweden,
die
Niederlande,
England…
Wie
kamt
Ihr
auf
die
Idee
für
diesen
Film?

Die
Idee
entstand
zwischen
meiner
Kollegin
Julia
und
mir:
Wir
dachten,
wir
machen
einen
Film
über
eine
Szene
ohne
zu
definieren,
was
diese
Szene
eigentlich
ist
und
dass
sie
eine
Menge
zugleich
sein
kann.
Als
wir
dann
anfingen
zu
drehen,
war
es
sicher,
dass
es
ein
Film
über
Musik
und
die
Haltung
dahinter
werden
würde,
über
Punk
und
DIY.
Als
wir
anfingen,
entwickelte
sich
die
Idee
weiter
und
wurde
stärker
politisch.
Damit
war
ich
wirklich
glücklich,
weil
ich
ein
Teil
dieser
Szene
bin
und
für
mich
der
politische
Aspekt
der
motivierendste
ist.
Von
da
an,
als
die
Idee
klarer
wurde,
wollten
wir
verschiedene
Bands
haben,
die
etwas
zu
sagen
haben,
wir
wollten
verschiedene
Länder
dabei
haben,
wir
wollten
verschiedene
Bewegungen
porträtieren.
Wir
wählten
einige
aus,
die
in
einer
Art
repräsentativ
oder
charakteristisch
für
das
Land
sind,
wie
die
Hausbesetzungsbewegung
in
Barcelona
und
die
queerfeministische Bewegung in
Schweden,
um
die
Szene
dieses
Landes
zu
porträtieren,
aber
eigentlich
spricht
alles
für
eine
global
verbundene
Szene:
Genderfragen
sind
nicht
nur
in
Schweden
interessant
und
finden
auch
nicht
nur
dort
statt,
genauso
Antifaschismus
nicht
nur
in
Russland.
So
entwickelten
wir
die
Idee
während
der
gesamten
Drehzeit
weiter
und
es
gab
eine
Eigendynamik,
weil
wir
während
des
Drehens
schauen
mussten,
was
gerade
los
ist,
welche
Band
auf
Tour
ist,
wer
mit
uns
reden
wollte,
usw.
Es
war
eine
Mischung
aus
unseren
Ideen,
Anstrengungen/Bemühungen
und
teilweise
Zufall.


Seid
Ihr
zusammen
gereist
oder
musstet
Ihr
Euch
aufteilen?
Und
wie
lange
dauerte
es,
das
ganze
Material
zusammenzutragen`?

Wir
sind
zusammen
gereist,
außer
in
Russland,
da
bin
ich
alleine
hingefahren.
Wir
haben
ungefähr
neun
Wochen
lang
gedreht.
Aber
wir
waren
nicht
neun
Wochen
am
Stück
unterwegs,
weil
wir
auch
arbeiten
mussten,
um
den
Film
zu
finanzieren,
also
verteilte
sich
die
Drehzeit
auf
ein
Jahr.
Wir
mussten
die
ganze
Produktion
neben
unseren
Jobs
her
in
unserer
Freizeit
machen.
Weil
wir
als
unabhängige
Produktion
nicht
finanziert
waren.
Wir
begannen
im
Februar
2009
und
das
letzte,
was
ich
drehte,
war
im
April
2010
in
Russland,
und
dann
haben
wir
noch
das
Material
bearbeitet.


Was
war
der
schwierigste
Teil
der
Arbeit
an
diesem
Film?

Beim
Drehen
oder
bei
der
Nachbearbeitung?


Beim
Drehen.

Russland.
Es
ist
viel
intensiver
und
nicht
so
leicht
dort
zu
drehen.
Obwohl
es
ein
bisschen
leichter
für
mich
war,
weil
ich
schon
vorher
da
war
und
eine
Reihe
von
Leuten
vorher
kannte.
Aber
du
weist
nie
genau,
wie
du
dich
genau
verhalten
musst
und
musst
dir
immer
über
die
Risiken
im
Klaren
sein
und
drehst
mit
der
Angst
im
Nacken,
dein
Equipment
und
die
Aufnahmen
zu
verlieren.


Welche
Gefahr
meinst
du?
Die
Nazi-Szene?

Ja,
die
Nazi-Szene
und
das
Drehen
in
der
Stadt,
wo
man
Probleme
mit
der
Polizei
bekommen
kann
– sie
könnten
die
Kamera
wegnehmen
und
dich
verhaften.
Also
muss
man
sich
über
das
dortige
System
bewusst
sein.


Also,
Du
brauchtest
keine
Genehmigung,
um
auf
der
Straße
zu
drehen
– du
machtest
es
auf
eigene
Faust
und
bist
danach
einfach
verschwunden…


Ja
genau,
so
in
etwa…


Hast
du
etwas
neues
oder
inspirierendes
gelernt,
als
du
diesen
Film
gedrehst
hast?

Also,
ich
habe
einen
Film
über
meine
eigene
Szene
gemacht,
daher
habe
ich
nichts
gelernt,
was
ich
nicht
schon
vorher
wusste.
Aber
was
inspirierend
war,
ist,
dass
Punk
für
viele
viele
Leute
immer
noch
viel
mehr
ist
als
Musik,
und
die
Arbeit
an
dem
Film
half
mir,
mir
das
wieder
ins
Bewusstsein
zu
rufen.
Da
sind
so
viele
Leute,
die
vieles
machen
und
ihre
Utopie
leben
oder
auf
ihre
Utopie
hinarbeiten.
Es
geht
nicht
nur
um
Konzerte,
um
Stile
oder
Lifestyle,
weil
sie
viel
mehr
wollen
als
das.
Und
für
viele
Leute
ist
es
mehr
eine
Protest-Subkultur
als
eine
Subkultur
mit
politisch
korrekter
Unterhaltung.
In
diesem
Kontext
ist
die
russische
Szene
sehr
beeindruckend
– ihre
Stärke
und
ihre
Radikalität.


Eine
Utopie
zu
verfolgen
ist
nicht
möglich
ohne
Hoffnung.
Ein
weiteres
Zitat:
„Punk
ist
meine
Familie
und
ich
liebe
die
Leute,
die
da
mitmachen,
ich
liebe
den
Geist
und
die
Hoffnung“.
In
welcher
Weise
ist
Punk
eine
Hoffnung
für
Dich?

Ja,
sie
gibt
Hoffnung,
weil
man
diese
Idee
und
Zukunftsvision
mit
einer
Menge
Leuten
teilt
und
es
gibt
ein
kollektives
Gefühl,
dass
du
glaubst,
es
ist
möglich.
Ich
teile
diese
Hoffnung.
Wenn
ich
den
ganzen
Tag
lohnarbeite
und
wirklich
scheußliche
Dinge
tun
muss,
oder
wenn
ich
eine
Exkursion
in
die
kapitalistische
Gesellschaft
mache,
dann
ist
es
eine
wirkliche
Erleichterung,
zurück
nach
Hause
zu
kommen,
die
Leute
zu
sehen,
zu
einem
Treffen
zu
gehen
oder
zu
einem
Konzert,
oder
in
Organisationen
zu
sein
und
zu
bemerken,
dass
es
diesen
Teil
der
Gesellschaft
auch
noch
gibt,
der
nach
anderen
Regeln
funktioniert,
auch
wenn
er
sehr
klein
ist.
Zu
sehen,
dass
da
Leute
sind,
die
anders
denken
und
die
Chance
haben,
ihre
Ideen
voranzubringen.
Es
ist
ziemlich
pathetisch,
aber
manchmal
scheint
das
der
Sonnenstrahl
im
Dunkeln,
die
Insel
in
einem
Ozean
voll
Scheiße
zu
sein,
wo
ich
etwas
Kraft
gewinnen
kann,
wo
ich
den
Raum
habe,
so
zu
sein
wie
ich
will
und
wo
ich
den
Glauben
daran
erhalte,
dass
eine
andere
Welt
möglich
ist.
Aber
für
mich
persönlich
ist
die
Punkszene
nur
einer
von
mehreren
Orten,
wo
ich
dieses
Gefühl
habe.


Die
Künstler_innen
und
Aktivist_innen
im
Film
kommen
aus
verschiedenen
Ländern,
aber
sie
sprechen
die
gleiche
Sprache
– sie
geben
die
gleiche
Hoffnung,
teilen
die
gleiche
Utopie
und
sprechen
viel
über
ihre
Vision.
Ich
kann
mir
vorstellen,
dass
es
in
der
Bearbeitung
gar
nicht
leicht
war,
dieses
Material
zu
sortieren,
all
diese
interessanten
saftigen
Stückchen
auszuwählen.
Wie
viele
Stunden
Material
habt
Ihr
aufgenommen?

Es
war
ziemlich
intensiv,
wir
hatten
einhundert
Stunden
Material,
aber
das
ist
nicht
viel
im
Vergleich
zu
einer
kommerziellen
Produktion.
Die
Menge
des
Materials
war
nicht
das
größte
Problem.
Aber
das
Thema
war
eine
große
Herausforderung
und
wir
versuchten,
eine
große
Menge
Inhalt
in
90
Minuten
unterzubringen.
Und
zu
jedem
Aspekt,
den
wir
im
Film
angeschnitten
haben,
hätten
wir
einen
eigenen
Film
machen
können.
Wir
hätten
viel
tiefer
eintauchen
können
und
an
einigen
Punkten
viel
mehr
ins
Detail
gehen
können,
aber
das
war
nicht
unser
Ziel,
wir
wollten
ein
Panoptikum
über
die
Bewegung
machen,
und
die
Dinge,
die
um
sie
herum
passieren.
Und
das
war
eine
Gratwanderung,
alle
Themen
sollten
intensiv
genug
bearbeitet
werden
und
nicht
zu
oberflächlich,
aber
auch
nicht
zu
intensiv
und
den
Ball
weiterspielen
zum
nächsten
Thema.
Ich
habe
am
Ende
den
Schnitt
gemacht,
und
es
hat
alleine
drei
Monate
gedauert,
diese
fragile
Konstruktion
zusammenzubauen


Wo
möchtet
Ihr
den
Film
zeigen?
Ihr
habt
gerade
eine
Tour
durch
Deutschland
gemacht,
was
ist
mit
den
anderen
Ländern?

Wir
wollen
den
Film
natürlich
auch
in
anderen
Ländern
veröffentlichen.
Wir
hatten
jetzt
eine
Kinopremiere
in
Deutschland.
Wir
wollen
den
Film
auch
auf
internationalen
Festivals
präsentieren,
aber
uns
nicht
nur
darauf
konzentrieren.
Wir
hoffen,
dass
der
Film
nach
der
Festivalsaison
schon
seinen
eigenen
Weg
finden
wird,
und
dass
Leute
Vorführungen
selber
organisieren
und
sich
an
uns
wenden.


Habt
Ihr
den
Film
den
Künstler_innen
gezeigt,
die
im
Film
mitmachen?

Natürlich:
Bevor
wir
ihn
irgendwem
sonst
gezeigt
haben,
haben
alle
eine
Kopie
bekommen
und
hatten
die
Möglichkeit,
ihn
zu
sehen,
aber
auch
noch
Dinge
zu
verändern.


Wollten
die
dann
irgendetwas
verändern?
Oder
hattet
Ihr
freie
Hand?

Wir
haben
eine
Sache
verändert,
die
allerdings
nicht
viel
mit
dem
Inhalt
zu
tun
hatte
– die
Person
fühlte
sich
einfach
nicht
wohl
damit.
Aber
eigentlich
wollte
niemand
etwas
ändern.
Alle
waren
ziemlich
beeindruckt
und
glücklich
mit
dem
Ergebnis.


Willst
du
dich
weiter
mit
dem
Thema
„Musik
und
politische
Botschaft”
beschäftigen?
Oder
willst
du
erstmal
was
anderes
machen?

Ich
will
mich
weiter
damit
beschäftigen,
aber
ich
denke,
ich
habe
jetzt
genug
von
DIY.


Als
Idee
oder
als
neues
Filmthema?


Ich
weiß
nicht,
ob
Du
genug
von
einer
Idee
haben
kannst.
Wenn
du
an
etwas
glaubst,
wird
es
Teil
von
dir
selbst.
So
behalte
ich
es
natürlich
als
Teil
meiner
Idee.
Ich
habe
jetzt
so
viel
über
DIY
geredet
und
mich
so
oft
wiederholt,
dass
ich
wohl
erst
einmal
keine
Musikdokumentation
mehr
machen
werde.
Aber
ich
werde
mit
Politik
und
Aktivismus
auch
in
meinen
neuen
Filmen
beschäftigen,
welche
ziemlich
radikal
werden
aber
nicht
notwendigerweise
mit
Musik
verbunden.


Ich
wünsche
dir
alles
Gute
auf
deinem
Weg
und
ich
hoffe,
wir
sehen
uns
bald
wieder!

Auchso!

Anmerkungen

1 Zillah
Minx, Rubella Ballet

2 Rosie,
die Einbewohnerin von Schwarzer Kanal, Queer-Wagenplatz in Berlin

3 Penny
Rimbaud vom Kollektiv CRASS

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