Strike back

Für den 25.08. ruft ein von der syndikalistischen Gewerkschaft SAC (Sveriges Arbetares Centralorganisation) unterstütztes Bündnis zu einer militanten Demonstration in Stockholm und dezentralen Aktionen an anderen Orten auf. Auf dem Spiel steht das Streikrecht, das in Schweden bislang sehr freiheitlich ausgestaltet ist.

Die Ursachen des Protestes liegen in einem Vorstoß der sozialdemokratischen Regierung, zukünftig nur noch Streiks zuzulassen, die auf einen Vertrag zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeber*innen abzielen, dem deutschen System nicht unähnlich. Vom schwedischen Arbeitgeberverband Svensktnäringsliv wurde ein geheimer Alternativvorschlag ausgearbeitet, der sich einer Nachforschung seitens des Protestbündnisses zufolge nicht wesentlich vom ursprünglichen Modell unterscheidet.

Von der Angestelltengewerkschaft TCO und der Arbeiter*innengewerkschaft LO (beide Mitglied im Internationalen Gewerkschaftsbund, dem auch der DGB angehört) gab es ebenso wenig Widerstand gegen diesen Angriff auf die Arbeiter*innenschaft wie von der Akademiker*innengewerkschaft SACO, und es ist auch keiner zu erwarten.

Nicht nur würde eine solche Reform, durch die etwa Warnstreiks illegalisiert würden, die verwundbarsten, d.h. ohnehin prekarisierten Arbeiter*innen am empfindlichsten treffen; darüber hinaus fürchten die skandinavischen Genoss*innen, dass ein solches Gesetz zum Vorbild für andere europäische Länder werden und damit der Arbeiter*innenklasse insgesamt schaden könnte. Deshalb bitten die Genoss*innen um Aufmerksamkeit und Solidarität von jenseits der Grenzen.

Die linke schwedische Hafenarbeiter*innengewerkschaft, die seit über einem Jahr einen Arbeitskampf führt, fürchtet etwa, dass dieser Arbeitskampf ebenso wie ihre gewerkschaftliche Strategie als Ganzes durch das neue Gesetz gefährdet werden könnte.

Das Bündnis Strike Back informiert auf der Seite Anarkism über die Proteste.

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