Eulen und Licht …

Das
Allgemeine Syndikat der CNT in Córdoba befindet sich in einem
wichtigen Arbeitskampf mit der Firmengruppe EULEN. Diese ist
vorwiegend im Dienstleistungssektor aktiv und hat sich auf
Tätigkeiten spezialisiert, die von Behörden und Konzernen
ausgegliedert werden. Vor wenigen Jahren hat das Unternehmen mit Sitz
in Spanien begonnen, international zu expandieren, und Büros in den
USA, Portugal und Südamerika eröffnet. EULEN ist eine der
Speerspitzen der Privatisierung im Bereich der sozialen Dienste und
trägt maßgeblich zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bei.

Der
CNT ist es gelungen, Betriebsgruppen an drei Orten aufzubauen, wo
EULEN für ausgegliederte Arbeitsbereiche zuständig ist: in der
Zementfabrik Cosmos, beim schwedischen Multi ABB und in der
Universität von Córdoba. In
letzterer Einrichtung, wo EULEN für die Instandhaltung und die
Gartenpflege zuständig ist, hatte die Auseinandersetzung der CNT mit
EULEN begonnen. Dort hatte man zunächst die Universität wegen einer
illegalen Arbeitnehmerüberlassung an den Subunternehmer verklagt,
was Mitte April einen Gerichtsbeschluss zur Folge hatte, demzufolge
die Universität den betroffenen Arbeiter wieder selbst beschäftigen
musste.

In der
Folge wurde eine CNT-Sektion im Vertragsbereich von EULEN bei ABB
gegründet, wo der Subunternehmer an der Herstellung von
Transformatoren beteiligt ist. Hier kam es zum Konflikt, weil der
übliche Branchentarif keine Anwendung fand und durch Verträge mit
niedrigeren Löhnen, schlechteren Arbeitsbedingungen und geringerem
Arbeitsschutz ersetzt wurde. Außerdem wurden unterschiedliche
Lohnskalen für Neu- und Altangestellte eingeführt.

Im
Verlauf des Konflikts konnte die CNT einen Prozess gewinnen, der dazu
führte, dass der eingeforderte Tarifvertrag zu gelten hat. Die CNT
sah sich daraufhin damit konfrontiert, dass ein Aktivist aus ihrer
Sektion ohne Begründung gefeuert wurde. Zwar musste die Firma
letztlich vor Gericht zugeben, dass die Kündigung unsauber war, und
zahlte eine Abfindung, doch eine Rücknahme der Kündigung, wie von
der CNT gefordert, blieb aus. Die Firma leugnet dabei, dass es sich
um eine Konfrontation mit der Gewerkschaft handelt und lehnt
Gespräche mit dieser ab.

Da
die rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann die
Wiedereinstellung nur durch direkte Aktionen und gegenseitige Hilfe
erreicht werden. Die CNT in Córdoba
hat deshalb zur internationalen Solidarität aufgerufen, um die
Wiedereinstellung und die Anerkennung der Gewerkschaft, aber auch die
Anwendung des üblichen Tarifes in der Cosmos-Fabrik durchzusetzen.

Henry
Ortega Spina

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