Eine Menge Holz

Wie viele andere Forstämter der BRD,
soll nun auch das Forstamt in Thüringen privatisiert werden. 2011
soll die Umsetzung erfolgen. Dies beschloss die derzeitige
schwarz-rote Landesregierung, bestehend aus CDU und SPD. Ideengeber
für die Privatisierung ist der thüringische Agrarsekretär Roland
Richwein, welcher auch schon für die „erfolgreiche Privatisierung“
der thüringischen Straßenmeistereien verantwortlich ist.

Damals wie heute gilt als Grund die
angeblich notwendige Kostensenkung für das Land. Doch schon die
Privatisierung des Straßenamtes, bei der ca. 300 ArbeiterInnen
entlassen wurden, konnte die Kosten des Landes nicht senken. Der
Landesrechnungshof kommentierte hierzu richtigerweise: „Das mit der
Privatisierung verfolgte Ziel einer nachhaltigen Kostensenkung wurde
bisher verfehlt.“ Dass die Privatisierung der Forstämter, im
sozialen und fiskalischen Sinne, ein Schuss in den Ofen wird, ist
vorprogrammiert.

Eine weitere Folge der Privatisierung
wäre die Zerstörung der Umwelt. Denn ein privater Betrieb zielt
immer auf so viel wie möglich Profit ab, und die Pflege des Waldes
bring diesen nicht ein.

Beim thüringischen Forstamt sollen ca.
800 WaldarbeiterInnen, Ingenieure und TechnikerInnen entlassen
werden. Die Landesregierung bezeichnet diesen Prozess, der drei Jahre
dauern soll, als „Umstrukturierung“, in Zuge derer ArbeiterInnen
„ausgegliedert“ werden müssen. BeamtInnen, die für das Forstamt
arbeiten, sind natürlich durch den Staat geschützt und werden nicht
gekündigt.

Als der Hauptpersonalrat am 26. Januar
von der Privatisierung erfuhr, rief er spontan mit der IG BAU zu
einer Hauptversammlung auf. Das Ergebnis dieser Vollversammlung war
eine Kundgebung am Folgetag vor dem Landtag in Erfurt, an der ca. 700
ArbeiterInnen teilnahmen. Den ArbeiterInnen war es verboten, sowohl
mit Arbeitskleidung als auch mit dem Dienstfahrzeug zu der Kundgebung
zu erscheinen. Die Krönung war aber, dass sie sich für diesen Tag
Urlaub nehmen mussten. Viele der ArbeiterInnen hielten sich jedoch
nicht an die gestellten Regelungen. Sanktionen für diese Missachtung
gab es bisher glücklicherweise noch keine.

Auf der Kundgebung angekommen, begrüßte
sie ein Sprecher der IG BAU mit den Worten: „Willkommen … dies
ist kein Streik!“ Dies war wieder mal ein vielsagendes Beispiel für
die verfolgte Strategie der DGB-Gewerkschaften, die der Prämisse
folgt: Am besten nichts machen. Gewerkschafter und
SPD-Landtagsabgeordneter Frank Weber beteuerte zwar: „Mit SPD wird
es keinen Stellenabbau und keine Privatisierung geben!“ So recht
glauben wollte das jedoch niemand.

Wahrscheinlich wären einige der
ArbeiterInnen, die mit laufenden Motorsägen (natürlich ohne Kette)
auf der Kundgebung erschienen waren, damit am liebsten auf das Podest
gerannt, um den ständigen Lügen der Politiker ein Ende zu bereiten.

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