Keine Arbeit ohne Lohn!

Gegen „Gratisarbeit“

In Cerro al Lambro bei Mailand kam es
am 12. Februar zu einer Blockade des internationalen Logistikkonzerns
GLS. Die ArbeiterInnen versperrten den ankommenden Lastwagen die
Zufahrt. Der Grund des Arbeitskampfes war, dass in der Firma
unzumutbare Arbeitsbedingungen herrschen. Die geleisteten Überstunden
werden nicht anerkannt und somit wird unbezahlte Arbeit geleistet.
Für einen Monat mit 280 Arbeitsstunden bekommt ein/e
Arbeiter/in1.000 Euro. Dem Arbeitgeber wird außerdem vorgeworfen,
dass er die Lohnsteuer für Überstunden nicht an den Fiskus zahle.

Der Geschäftsführer ließ die
Streikaktion der Basisgewerkschaft Slai Cobas durch die Polizei
auseinandertreiben, aber keine StreikbrecherInnen fanden sich, um die
nun angelieferten Waren auszuladen. Das besondere an dieser Aktion
war, dass die Belegschaft sich nicht in „Italiener“ und
„Migranten“ spalten ließ. Wie der Konflikt weiter verläuft, ist
noch unklar, aber die Stimmung unter den ArbeiterInnen und
UnterstützerInnen ist weiterhin kämpferisch. (WK)

 

kaol.gif

Arbeiten im Paradies

Durch Informationsmaterial der FAU zu
unbezahlten Probeschichten kam es im vergangenen September zum
Kontakt zwischen der FAU Halle und einem jungen Jobber. Dieser
erzählte von seiner unbezahlten Tätigkeit im Hallenser Imbiss „Zum
Paradies“ im August 2009. Nach gemeinsamer Beratung setzte er sich
mit einem Fachanwalt in Verbindung. Mit dessen Hilfe wurde die
Inhaberin der Gaststätte verklagt. Es kam zu mehreren
Gerichtsterminen. In der ersten Verhandlung wurde vom Richter
festgelegt, dass die Firma die geleisteten drei Wochen Arbeit voll
entlohnen muss. Bei einem weiteren Gerichtstermin wurde dem Jobber
bestätigt, dass seine Entlassung einer Kündigungsfrist unterliegt.
Dass heißt, dass die Gaststättenbetreiberin auch für den
September- und Oktoberlohn aufkommen muss, weil der Vertrag ein
dreimonatiges Arbeitsverhältnis festschreibt. Diesen Beschluss
wollte die Ex-Chefin nicht akzeptieren und verweigerte die Zahlung.
Der Anwalt des Klägers beantragte eine Zwangsvollstreckung bei der
Schuldnerin. Nach diesem Antrag überwies die Frau die ersten
Monatsraten.

Danach heuerte der Betroffene im
Programmkino CAPITOL an. Hier sollte er sein Können in einer
Probeschicht als Kellner unter Beweis stellen. Diese absolvierte er
ohne Probleme, aber auf seinen Lohn oder einen weiteren
Arbeitseinsatz wartet er vergebens. Die FAU Halle wird den Geprellten
weiterhin unterstützen. (WK)

 

Mehr auf www.keine-arbeit-ohne-lohn.de

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar