DGB und CGB kämpfen um Leiharbeit

Am 26.1. einigten sich der
Bundesverband Zeitarbeit (BZA) und der DGB auf einen neuen
Tarifvertrag. Schrittweise sollen die Entgelte zum 1. Mai 2010 sowie
zwölf Monate später um je 2,5 Prozent erhöht, sowie eine
Einmalzahlung von 80 Euro gewährt werden. Die Empörung war groß.
„Lieber keine solche Erhöhung, als so eine Erniedrigung“, hieß
es im IG Metall-Forum „ZOOM“. Weiterhin sollten der
Verpflegungsmehraufwand und das Fahrtgeld mit bis zu 25 % des
Bruttoentgelts verrechenbar bleiben. Die Tarifkommissionen von IGM
und ver.di lehnten den Abschluss Anfang Februar ab.

Kurz darauf meldeten sich die
Christlichen Gewerkschaften für Zeitarbeit (CGZP) zu Wort und
verkündeten die Einigung mit dem Verband Mittelständischer
Personaldienstleister (AMP). Der Tarifvertrag solle zum 1.7. die
Entgelte um 3,4 % (West) bzw. 4,1% (Ost) erhöhen, sowie die
Verrechnungsmöglichkeiten abschaffen. Außerdem solle es einen
Branchenzuschlag für die Metall- und Elektroindustrie geben.
Abfällig wird in der Presseerklärung der CGZP vom
„Billigheimer-Tarif“ des DGB gesprochen. Die Schadenfreude
darüber, als erster einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen zu haben,
und dazu noch über dem Verhandlungsergebnis des DGB, ist
unverkennbar.

Was ist das für ein Land, wo sich zwei
Gewerkschaften um den Titel der Dumpinggewerkschaft streiten? Vom
„Equal Pay“-Prinzip sind beide weit entfernt. Bleibt dem CGB die
Tariffähigkeit aberkannt, hätte der DGB die historische Chance,
durch das Nicht-Abschließen eines Tarifvertrags sein erklärtes Ziel
zu erreichen: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“! Das wäre ein
erster Schritt in Richtung „Leiharbeit abzuschaffen!“ wie es die
FAU fordert. Aber ob es in der Nachverhandlung für diesen Weitblick
reicht?

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